Mütter werden von der Politik nicht ausreichend gewürdigt

Zur Rentenpolitik und der Diskussion um die Rolle der Frau in der Familie (Berichte im Politikteil):

Statt immer wieder die oft überlastete Frauenrolle in den Familien zu kritisieren, sollte man endlich mehr die eklatante Missachtung von Mütterrollen im Vergleich zu kinderlosen Personengruppen im Staat und in der Gesellschaft überdenken. Mütter mit Kindern gehören nicht nur in der Corona-Krise zu den systemrelevanten Leistungsträgern.

Ist das nicht skandalös, wenn häusliche Erziehungsleistungen noch immer nicht als echte Arbeit bewertet werden, obwohl hier Grundlagen für den Fortbestand einer Gesellschaft gelegt werden. Statt unser Rentensystem vor allem Müttern gegenüber gerechter zu machen, wird beispielsweise bei der Grundrente nur an Symptomen herumgedoktert.

Weiterhin wird gerade finanzieller Altersreichtum weitgehend von Kindern der Mütter finanziert, die im Alter beschämend finanziell arm sind, weil sie zuwenig außerhäuslich gearbeitet haben. Ein solches Rentensystem ist höchst ungerecht und nicht zukunftsfähig. In diese Richtung ging auch schon die von der SPD initiierte Rente ab 63 für 40-jährige Beitragszahlung. Wurde hier nicht primär ein Single- und Männerbegünstigungsgesetz geschaffen? Mütter oder Alleinerziehende werden kaum zu solchen Wohltaten kommen, obwohl sie doch oft letztlich mehr für unser Rentensystem leisten als so manche Erwerbstätige mit 40 Beitragsjahren.

Der Art. 6 unserer Verfassung, der Eltern und Kinder unter den besonderen Schutz des Staates stellt, wird seit Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung wie in der politischen Umsetzung eher wie ein Fremdkörper wahrgenommen, wenn sogar Eltern für ihre Kinder in der Vorschulzeit noch ordentlich zur Kasse gebeten werden.

Merkwürdig, dass Erziehungsleistungen in den Familien noch immer nicht zum Wirtschaftswachstum, dem Gradmesser für den Wohlstand eines Volkes, zählen.

Simon Kirschner

Bad Endorf

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