Die Mütter von damals

Zum Kommentar „Zum Muttertag – Mütter: Heldinnen der Corona-Krise“ (Politikteil):

Beim Lesen dieses Kommentars kam ich aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Folgendes dazu: Meine Mutter war Jahrgang 1922 und kam mit uns (Bruder und Vater) 1961 aus der DDR nach Nordrhein-Westfalen. Ab da war bei ihr Vollzeit arbeiten angesagt. Mein Bruder und ich waren zwar sogenannte Schlüsselkinder, wurden aber trotzdem gut erzogen, was sich darin belegen lässt, dass mein Bruder mit 25 Jahren den Tischlermeister absolvierte und ich über 20 Jahre eine gut gehende IT-Beratungs-Agentur hatte. Meine Eltern waren relativ schnell selbstständig als Schreinermeister.

Was ich damit sagen will: Meine Mutter hat in der ganzen Zeit voll gearbeitet, für drei Männer gekocht, geputzt, gewaschen und gebügelt, für alle eingekauft und durfte abends noch vier Brotzeiten für den folgenden Tag machen. Dazu wurden natürlich noch die Schularbeiten kontrolliert. Und da reden Sie von „Mütter: Heldinnen…..“, unglaublich. Nur weil sie mal 14 Tage mit ihren Kindern zusammen sind, brechen die sofort alle zusammen und kriegen ihre Krisen. Da hätte man vielleicht vorher mal den Kopf etwas einschalten können. Das Römische Reich ist an seiner eigenen Dekadenz zugrunde gegangen. Wenn ich so etwas lese und Deutschland in den letzten Jahren so sehe, habe ich da die ärgsten Befürchtungen.

Bodo Schulz

Oberaudorf

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