Moria und die Migrationspolitik

Das niedergebrannte Flüchtlingslager Moria auf der nordöstlichen Ägäis-Insel Lesbos: Unsere Leser beschäftigt unter anderem die Frage, welche Signalwirkung von der Bereitschaft Deutschlands ausgeht, Tausende Flüchtlinge aufzunehmen.
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Das niedergebrannte Flüchtlingslager Moria auf der nordöstlichen Ägäis-Insel Lesbos: Unsere Leser beschäftigt unter anderem die Frage, welche Signalwirkung von der Bereitschaft Deutschlands ausgeht, Tausende Flüchtlinge aufzunehmen.

Zur Berichterstattung über den Brand im Flüchtlingslager Moria und den Kommentar von Mike Schier „Europa hat versagt“ (Politik/Weltspiegel):

Die Leserbriefe vom 19. September zur Flüchtlingspolitik bedürfen einer Stellungnahme. Das Lager Moria wurde im Oktober 2015 für 2800 Flüchtlinge konzipiert. Schon bald nach der Inbetriebnahme gab es Zweifel an der Funktionalität. Die Probleme verstärkten sich mit dem unseligen EU-Türkei-Abkommen seit dem Frühjahr 2016. Im Januar 2020 lebten dort 20 000 Menschen.

Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ forderte angesichts der Corona-Pandemie im März 2020 eine sofortige Evakuierung des Lagers und eine dezentrale Verteilung der Menschen. Ihr Bericht: In dem Lager teilten sich 1300 Menschen einen Wasserhahn; Seife zum Händewaschen sei nicht erhältlich und es gebe keine Möglichkeit, räumliche Distanz zu wahren. Die Flüchtlinge tragen daran keine Schuld.

Im September gab es die ersten Corona-Fälle dort. Die Behörden verhängten eine Massenquarantäne. Das Ergebnis: Panik im Lager. Im September brannte Moria. Die Brandstifter müssen ermittelt und verurteilt werden. Es ist jedoch unerträglich, wenn nun Flüchtlings-Familien aus Moria mit kleinen Kindern sozusagen in Sippenhaft genommen werden. Kinder, deren Eltern vor dem Elend des Krieges und des Hungers geflohen sind und die nun durch einen Maschenzaun mit der Außenwelt kommunizieren. Srebrenica lässt grüßen. Am Hunger in den Herkunftsländern tragen wir in den Industrieländern Schuld, unsere Waffenlieferungen befeuern die Kriege in dieser Welt. Kinder sind die Leidtragenden. Was nehmen diese Kinder aus Moria mit in ihr Leben? Ohne Schule, ohne Glück.

Gerecht und vernünftig wäre eine Verteilung der Flüchtlinge in der EU. Die Kommission hat sich grade mit einem abstrusen Vorschlag davon verabschiedet. Herr Orban und andere reiben sich die Hände!

Angelika Graf

Rosenheim

Was ist von Menschen zu halten, die ihre Zuflucht selber anzünden oder das zumindest nicht verhindern und die Feuerwehr behindern? Nur um die EU zu erpressen, um endlich vorwiegend nach Deutschland auszuwandern. Österreich und die Schweiz nimmt keinen Flüchtling auf, aber das Einwanderungsland Deutschland will großzügig aufnehmen, denn es sind ja eh schon so viele da. Wenn dann später das Hartz-IV-Geld nicht ausreicht, wie wird dann weiter erpresst? Müssen wir bald einen Waffenschein für Zündhölzer und Feuerzeuge einführen?

Franz Oberberger

Frasdorf

Die kritischen Leserbriefe vom 19. September hinsichtlich der Migrationspolitik zeigen mir, dass ich nicht alleine die Entwicklung als bedrohlich empfinde. Schon die Aussage, dass allein der afrikanische Kontinent wöchentlich um eine Million Menschen wächst, zeigt doch ganz deutlich, wo das Problem liegt. Ohne Geburtenregelung in diesen Ländern wird das ein Fass ohne Boden.

Man sehe die Überfremdung nur mal an einem Beispiel aus Berlin, wo eine Rektorin sagte, dass von 108 neu eingeschulten Kindern nur ein Kind deutsch war. Und ausgerechnet dort zeigt man zusätzliche Bereitschaft, weitere Migranten aus Moria aufzunehmen, obwohl die Situation schon jetzt chaotisch ist. Es wird infolge der verstärken Zuwanderung laut dem Zukunftsforscher Professor Opaschinski in den nächsten 20 Jahren zu einer Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse in Deutschland kommen. Dann wird wohl auch das Christentum nicht mehr die tragende Kultur sein.

Peter Scholl-Latour sagte einmal: „Ich fürchte nicht die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Christentums.“ Auch Altkanzler Helmut Schmidt hatte sich zu diesem Thema ablehnend geäußert. Andererseits richtet man jetzt Vorwürfe gegen den Polizeiapparat, weil sich hier rechtsradikale Strömungen auf tun und sucht dort nach den Gründen. Ist es nicht die Politik, die dieses Problem schürt? Letztlich sind doch unsere Ordnungshüter diejenigen, die an vorderster Front stehen und tagtäglich die Probleme erleben, was verständlicherweise zu Resignation und folglich zu solchen Entwicklungen führt.

Harald Schönfelder

Mühldorf

„2015 soll sich nie wieder wiederholen“, versprach die Bundesregierung. Fast exakt fünf Jahre nach Angela Merkels rechtswidriger Entscheidung vom 4. September 2015 brach sie ihr Wort. Hierzu reicht es aus, dass Mitbewohner die eigene Unterkunft vorsätzlich in Brand setzen. Die Einschleusung in den deutschen Sozialstaat wird dann durch die Bundesregierung selbst vorgenommen. Deutschland hat seit 2015 laut Horst Seehofer 1,73 Millionen sogenannter Flüchtlinge aufgenommen.

Ein Schwarzafrikaner griff im März 2018 meinen damals zweijährigen Sohn und mich auf dem Heimweg vom Einkaufen an. Ich wurde bei dem Angriff verletzt, habe aber trotz Strafanzeige nie wieder von der Staatsanwaltschaft gehört. Gehöre ich der falschen Opfergruppe an?

Die Bundesregierung hat im Gegensatz zu unseren Nachbarn aus 2015 nichts gelernt. Statt wie zum Beispiel Österreich vor Ort zu helfen und keine neuen Migrationsanreize zu schaffen, rasen Frau Merkel und Horst Seehofer erneut als „Geisterfahrer“ durch die EU und wollen noch Tausende illegale Migranten mehr aufnehmen. Kein einziger EU-Staat außer Belgien trägt diese verantwortungslose Politik mehr mit. Zu groß sind die negativen Folgen der letzten Jahre. Köln, Kandel und Prien sind nur drei Beispiele unter vielen. Glückliches Österreich!

Christian Schröder

Rosenheim

Mike Schier hat recht. Die EU hat versagt. Sie hat schuldhaft versagt, rechtzeitig wirksame Maßnahmen gegen die illegale Migration zu ergreifen. Leider ist sie nicht Willens und in der Lage, das Notwendige zum Schutz der eigenen Bevölkerung zu tun. Von interessierten Kreisen wird in unverantwortlicher verharmlosender Weise von „Flüchtlingen und Asylsuchenden“ gesprochen, anstatt sich richtigerweise als größtenteils anmaßende „Invasoren“ zu bezeichnen. Wenn jetzt dem Druck des Mobs nachgegeben wird (was sich abzeichnet), werden bald alle Lager brennen und es wird eine Völkerwanderung einsetzen, der nicht mehr Einhalt geboten werden kann und an der unsere Volksvertreter wegen Untätigkeit schuld sind.

Wir leisten uns unter anderem ein immens aufgeblähtes nationales Parlament und ein völlig überbordendes EU-Parlament. Trotz oder gerade deshalb kommt immer weniger konkretes Handeln zustande. Die Personen (Abgeordnete) dieser Intitutionen sind als Vertreter des Volkssouveräns gewählt worden, um die Staaten und deren Bürger zu schützen und Schaden von ihnen abzuwenden. Davon kann derzeit aber keine Rede sein. Mein Plädoyer: Tut endlich was und erfüllt die von euch übernommene Aufgabe!

Gerhard Schulz

Bad Aibling

Die von den Flüchtlingen in erpresserischer Absicht selbst inszenierte Brandkatastrophe in Moria ist nun die Initialzündung für die hohe deutsche Politik, sich als alleinige Moralapostel und das Sozialamt der EU darzustellen. Und je lauter hierzulande das Bekenntnis zur alternativlosen hohen Hilfsverantwortung gepredigt wird, umso erleichterter kommen die meisten weggeduckten EU-Staaten aus der Deckung und stellen durch ihr feiges Verhalten fest, Deutschland macht es schon wieder alleine.

Dieser erneute deutsche Alleingang erzeugt viel Unverständnis in unserer Gesellschaft. Ein gefundenes Futter für AfD und Rechtsaußen! Außerdem hat die deutsche alleinige Hilfsaktion eine fatale Signalwirkung auf wartende Flüchtlingsströme in Kleinasien und Nordafrika, die sich sofort in Bewegung setzen Richtung Europa beziehungsweise Deutschland. Und der Nachschub ist endlos – es warten noch Millionen!

Sehr enttäuschend ist das offensichtliche Verhalten der dauerlächelnden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie ist offenbar vor der Moria-Katastrophe abgetaucht. Dabei könnte sie in diesem Ausnahmezustand einmal zeigen, ob sie eine europäische Führungspersönlichkeit wäre. Fehlanzeige – aber schon als Verteidigungsministerin war sie auch nicht gerade eine Lichtgestalt.

Gerd Höglinger

Rosenheim

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