Momo nicht nach Sierra Leone zurückschicken

Zum Bericht "Die Angst eines Einser-Schülers" im Regionalteil:

Nachdem ich den Bericht über Momo gelesen hatte, fühlte ich Empörung, Enttäuschung und Wut in mir. Ich erfuhr von Frau Dr. Stahlbusch, dass sie eine Eilpetition im Landtag eingereicht hat und dieser in den nächsten Wochen über das Schicksal von Momo entscheiden wird. Da kam mir die Idee, die Abgeordneten des Landtags per E-Mail anzuschreiben und sie zu bitten, diese Petition zugunsten von Momo zu entscheiden. Die E-Mail-Adressen stehen im Internet unter "bayern.landtag.de", "Abgeordnete", "E-Mail-Adressen". Mein erster Versuch war sehr positiv. Die angeschriebene Abgeordnete antwortete mir noch am gleichen Tag und versprach, sich für Momo einzusetzen. Jetzt wende ich mich an Sie, liebe Leser des OVB, die sich auch dafür einsetzen wollen, dass Momo bei uns bleiben darf und hier endlich eine Heimat findet. Bitte schreiben auch Sie an so viele Abgeordnete wie möglich und bitten Sie diese um eine positive Entscheidung. Es kostet Sie nichts, nur ein bisschen Zeit, und Sie können mithelfen, einem jungen Mann eine Zukunft zu geben. Denn in Sierra Leone hat Momo definitiv keine Zukunft! Ich hatte zwei Patenkinder aus diesem Land und wurde dann von der zuständigen Institution unterrichtet, dass die Familien nicht mehr auffindbar seien und die Hilfe eingestellt werden müsse. Man kann sich ausmalen, was mit den Familien geschehen ist! Und in dieses vom Bürgerkrieg immer noch zerrüttete Land wollen unsere Behörden einen Jungen schicken, der sich bei uns voll integriert hat?

Christiane Hartl-Enna

Eiselfing

Am Fall des jungen Afrikaners sehen wir exemplarisch den Umgang bayerischer und deutscher Behörden mit unerwünschten Flüchtlingen, aber auch den Einsatz von Presse, Arbeitgeber und mutig-ausdauernd arbeitenden Helferkreisen, die Hochachtung verdienen. Die Menschheit nahm in Afrika ihren Anfang. Während dort riesige Kunstwerke und Pyramiden entstanden, lebten unsere Vorfahren noch bescheiden in Höhlen und Hütten im Wald. Der Kontinent wurde geplündert über Jahrhunderte, vorwiegend von Europäern und amerikanischen Sklavenabnehmern. Jetzt werden aus Bergwerken und Erdlöchern die für unser Wohlergehen dringend erforderlichen Bodenschätze - Gold und seltene Metalle für den irrsinnigen Elektrokonsum von Industriestaaten und Schwellenländern - geholt, meist im Gegengeschäft für Waffen für immerwährende Bürgerkriege. Fernsehsendungen zum Thema werden gezielt um Mitternacht gezeigt. Wenn sich Menschen aus diesen misshandelten Ländern auf die Flucht machen, darf uns das nicht verwundern. Es sind ohnehin die Überlebensfähigsten, die nicht tot angeschwemmt werden, und die mit ihrer Arbeit in Aufnahmeländern den Zurückgebliebenen daheim vielleicht das Überleben ermöglichen, sofern sie nicht gleich von ihren schwerreichen und korrupten Potentaten und Militärs abgeschlachtet, vergewaltigt oder vertrieben werden. Jede/r sollte sich in die Situation eines Hunger-/Kriegsflüchtlings hineinversetzen, bevor er - satt und gut genährt - sein Urteil abgibt. Das gilt besonders für Politiker, die wiedergewählt werden wollen im Bund wie in Ländern.

Daisy F. Matjasic

Prien

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