Momo nicht nach Afrika abschieben

Soll abgeschoben werden: Mohamed "Momo" Kamara aus Prien. Foto ls
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Soll abgeschoben werden: Mohamed "Momo" Kamara aus Prien. Foto ls

Zum Bericht "Ängste eines Einserschülers" im Regionalteil:

Dieser Artikel geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich war selbst schon in diesem Land - und dass manchmal Gesetze aus meiner Sicht unmenschlich sind, habe ich auch schon hautnah mitbekommen... Der Jugendliche "Momo" ist in einem Bürgerkrieg geboren, dessen Brutalität wir uns hierzulande nicht vorstellen können. Er hat seine Eltern verloren, ist als Straßenkind aufgewachsen und hat wohl für uns unvorstellbare Gräuel überlebt, bevor er mit 14 nach Deutschland flüchten konnte. Jetzt ist er 18, glänzt mit einer "Eins" in Deutsch, absolviert eine Ausbildung, hat sich in unsere Gesellschaft geradezu vorbildlich integriert und jetzt will man ihn zurückschicken ins Nichts! Das ist nicht nur schlicht menschenverachtend, es ist auch für mich nicht nachvollziehbar. Wir haben in Deutschland zu wenig Kinder und einen wachsenden Fachkräftemangel. Menschen wie Momo braucht Deutschland - und was macht die Politik? Das Ziel deutscher Behörden ist es, schnell abzuschieben, koste es, was es wolle, wider alle Vernunft und ohne alle ethischen Bedenken. Wie viele junge Menschen mag es geben, die nicht einmal so weit kommen wie der junge Afrikaner in Prien? Wie lange wollen unsere Politiker diese engstirnige, unsinnige und menschenverachtende Asylpolitik gegen den Willen sehr vieler Bürger noch aufrecht erhalten? Wann begreifen sie endlich, dass sie das Potenzial, das in diesen jungen Leuten steckt, nutzen können statt es zu vernichten? Nächstes Jahr sind Landtagswahlen. Wollen wir hoffen, dass viele Bürger dann Politiker wählen, die Menschenrechte achten und engagierten jungen Leuten eine Chance geben, sich wie der junge Mann aus Sierra Leone positiv in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Rosa Kirchner

Übersee

Es ist unglaublich! Milliarden werden blind zur "Rettung" maroder Banken verschleudert, und in Prien kämpft ein junger Mensch verzweifelt um seine Existenz und seine Zukunft. Werte des "Christlichen Abendlands" wären gefragt: Respekt vor der Würde eines Menschen, Solidarität, helfen, wo's brennt. Wo das versäumt wird, wird die Hauptsache versäumt, auch von Vollzugsbeamten. Juristisch "begründete" Vorschriften dürfen nicht über die Menschlichkeit triumphieren. Momos Engagement ist bewundernswert. Ihm kann und muss geholfen werden.

Sepp Stadter

Großkarolinenfeld

Wie kann man einen jungen Mann, der so zuverlässig und strebsam ist, mit so einer schweren Vergangenheit so unmenschlich behandeln, indem man ihn wieder zurück ins absolute Chaos, vielleicht sogar in den Tod schickt? Wer kann so etwas guten Gewissens verantworten?

Traudl Stampfl

Prien

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