E-Mobilität: Die Frage nach Umweltverträglichkeit und Öko-Bilanz

Zum Bericht „Der vergessene Markt“ über den Ausbau der Ladestationen für die E-Mobilität (Wirtschaft):

Wer die Umweltverträglichkeit von E-Autos anzweifelt, sollte sich erkundigen, wie viele Akkus für E-Autos hergestellt werden im Vergleich zu Handy-Akkus, Akku-Schrauber, Akku-Zahnbürsten und so weiter. Im Übrigen werden auch für Verbrennerfahrzeuge Batterien verbaut. Erst wenn sich dieses Verhältnis umkehrt, und erst dann, kann davon gesprochen werden, dass Herstellung und Betrieb von E-Autos der Umwelt mehr schaden als die Verbrenner.

Es fängt nämlich schon bei der Herstellung und beim Transport des Energieträgers an. Während Strom bekanntlich aus Steckdosen zu beziehen ist, muss fossiler Treibstoff aus Erdöl aus dem Boden geholt werden, raffiniert, mit Schiffen und Lkws zu den Zapfsäulen transportiert und das Fahrzeug an die Tankstelle gefahren werden, um den Treibstoff mit einer, mit Strom betriebenen Pumpe, in den Tank zu bringen.

In einem Benzin- oder Dieselfahrzeug betriebenem Motor muss der Kraftstoff vom Tank durch einen Vergaser, Einspritzpumpe und noch andere Teile aufbereitet, in einen Zylinder verbracht werden, in dem er durch komplizierte Technik zur Explosion gebracht wird und Kolben in Bewegung bringt, deren Energie dann über ein Getriebe, also sehr verlustreich, auf die Straße gebracht wird.

In einem E-Auto dagegen wird der Energieträger statt in einem Tank in einer Batterie gespeichert und über ein Kabel an einen simplen Elektromotor geleitet, der das Fahrzeug, praktisch verlustfrei, in Bewegung setzt.

Werner Gmeiner

Kolbermoor

In dem Artikel wird der Ausbau der Ladestationen angemahnt. Einige Annahmen und Berechnungen dazu: Verbrauch eines E-Autos circa 12 kW bis 26 kW auf 100 Kilometer (im Durchschnitt circa 19 kW/100 Kilometer); Quelle Herstellerangaben – jährliche Fahrleistung in Deutschland rund 15 000 Kilometer; Quelle Kraftfahrt Bundesamt – der jährliche Verbrauch somit pro Fahrzeug 2850 kW – 12,8 Millionen Fahrzeuge verbrauchen 36,48 Milliarden kW Leistung unterschiedlicher Energieerzeuger – ein Kernkraftwerk erzeugt circa elf Milliarden. kW; Quelle RWE – ein Kohlekraftwerk erzeugt je nach Größe circa. 4,2 Milliarden kW; Quelle RWE – ein km² Solar-Freifläche circa 50 Millionen kW; Quelle Deutscher Energie Atlas (Windräder unterscheiden sich in Größe und Leistung erheblich, deshalb kann hier keine Zahl angegeben werden) – 12,8 Millionen E-Autos benötigen pro Jahr die Energie von etwa drei Atomkraftwerken oder etwa vier Kohlekraftwerken oder etwa 730 km² Freiflächen-PV.

Die Regierung fördert den Verkauf von Elektroautos, ist sich aber anscheinend nicht bewusst, woher die dazu benötigte Energie kommen soll. Dazu passt (zurückgenommen) der Gesetzentwurf aus dem Wirtschaftsministerium.

Das Bundeswirtschaftsministerium will Stromanbietern durch eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes die Möglichkeit einräumen, große Verbraucher wie E-Autos und Wärmepumpen zeitweise ferngesteuert vom Netz zu nehmen.

Darin wird in Paragraf 14a die sogenannte Spitzenglättung geregelt, bei der „steuerbare Verbrauchseinrichtungen“, zu denen Elektroautoladestationen und Wärmepumpen gehören sollen, für bis zu zwei Stunden pro Tag keinen Strom bekommen können, wenn andernfalls eine Überlastung des Netzes drohen würde.

Rudolf Naversnik

Feldkirchen-Westeram

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