Mit Weitblick und Gebet durch die Pandemie

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie (Politik/Bayern/Regionalteil/Lokalteil/Leserbriefe):

Es stimmt, dass diese Zeit für uns alle schwierig ist. Denn wir sind es gewohnt, hinzugehen und hinzufahren, wohin wir wollen, Freunde und Verwandte einzuladen oder zu feiern. Es geht aber nicht nur uns in Deutschland so, sondern diese Pandemie wütet ja fast auf der ganzen Welt. Uns geht es trotzdem noch gut, schauen wir einmal auf die übrige Welt: nach Amerika, Afrika oder Fernost. Da leben die Menschen oft noch in elenden Hütten, haben neben Corona noch viele andere Krankheiten und nicht wenige sterben an Hunger. Besonders die Kinder, die oft nur noch Haut und Knochen sind. Naturkatastrophen und lokale Kriege herrschen in vielen dieser Länder. Wir dagegen haben 75 Jahre Frieden und einen Wohlstand, wie wir ihn noch nie in der Geschichte hatten.

Wohlstand kann aber auch nur in Friedenszeiten wachsen. Der ist zum größten Teil unseren europäischen Politikern zu verdanken, die nach dem Zweiten Weltkrieg erkannt haben, dass nur in Friedenszeiten Wohlstand möglich ist. Wer hätte jemals daran gedacht, dass die Wiedervereinigung Deutschlands so friedlich verlaufen würde? Hätte Russland damals nicht so einen vernünftigen Präsidenten wie Michael Gorbatschow gehabt, hätte das auch anders ausgehen können. Auch die Lichterprozessionen und Gebete der ostdeutschen Christen haben sich bestimmt positiv ausgewirkt.

Wenn auch viele Menschen heute nicht mehr da ran glauben, dass Beten etwas nützt, so bin ich trotzdem der Meinung, dass es gut wäre, wenn man sich zu Hause zusammensetzen und mit der Familie beten würde. Es schadet bestimmt nicht und kostet auch nichts. Es gibt viele Anliegen, wie zum Beispiel Corona, Frieden, Umwelt, Naturkatastrophen und Hunger in der Welt.

Walter Glück senior

Haag

Das komplexe Thema Corona sollte mit Weitblick statt mit Tunnelblick behandelt werden. Hierzu könnten sich unsere Politiker an John F. Kennedy und seinem Verhalten bei der Kuba-Krise orientieren: Das Tunnelblick-Vorgehen hatte zur Stationierung der russischen Raketen auf Kuba geführt. Diese Raketen konnten Ziele in den USA erreichen und die Sowjets hatten atomare Sprengköpfe für diese Raketen.

Aufgrund dieser gefährlichen Situation entschied sich Präsident Kennedy für Maßnahmen, um verschiedenste Meinungen zu erfahren (nicht mehr vorwiegend die der Militärs) – gerade auch Ansichten von Außenseitern. Und er bestand da rauf, vorschnelle Schlussfolgerungen zu vermeiden. So verhinderte er einen Weltkrieg. Bei Corona wäre es so wichtig, auf Hinterzimmer-Entscheidungen und auf Aktionismus oder Gießkannen-Maßnahmen zu verzichten.

Es sollten auch Außenseiter-Meinungen angehört und von den vielen Ländern gelernt werden, die bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie wesentlich erfolgreicher sind als Deutschland, statt sich nur mit den schlechteren zu vergleichen: Ein Lockdown ist leider nur eine Notbremsung, um den Krankenhäusern Luft zu verschaffen.

Das Leben mit dem Virus geht anschließend weiter – mit wie vielen Lockdowns können wir unsere Wirtschaft noch malträtieren? Und was die Schulen anbetrifft: Nachdem wir heute nicht in der Lage sind, einen digitalen Unterricht anzubieten, sind wir das auch nicht in 2021.

Also müsste der Präsenz-Unterricht höchste Priorität haben. Und dann lässt man Schüler und Lehrer im Winter nicht im Eiskalten sitzen. Ist da kein Geld da, um Luftreiniger für die Schulen zu kaufen? Herr Scheuer kann doch jetzt auch noch zwei Milliarden Euro mit seiner Autobahn GmbH pro Jahr verbrennen und wird nicht abgelöst. Das ist schon abartig.

Jürgen Böhm

Kolbermoor

Ich frage mich: Wie kommt es zu dem erneut starken Anstieg der Corona-Zahlen bei uns? Obwohl Corona in China ausgebrochen ist, sind die Auswirkungen dort aktuell überschaubar. Aber die Chinesen sind es ja auch gewohnt, Anweisungen zu befolgen und mit den Einschränkungen zu leben.

Wir und der Rest der westlichen Welt kennen scheinbar kein Zusammenhaltsgefühl mehr. Wir haben uns scheinbar zu einem Volk von Individualisten entwickelt, welche nur sehr schlecht oder teilweise gar nicht mehr gelernt haben, auf Dinge zu verzichten, weil wir es auch seit Jahrzehnten nicht müssen.

Ich gehöre noch zur Nachkriegsgeneration und habe bewusst miterlebt, dass nicht immer alles zur Verfügung stand. Man konnte sich aus heutiger Sicht noch über Kleinigkeiten freuen.

Die Eindämmung von Corona ist möglich (siehe China), würde von uns allen aber einen Verzicht auf liebgewonnene Gewohnheiten erfordern. Wozu aber ein großer Teil der Bevölkerung wohl nicht bereit ist. Leider kann man Corona niemandem ansehen und eine leichte Erkältung nicht von Corona unterscheiden.

Vielleicht spielen ja auch die „Erfolgsmeldungen“ vom Impfstoff eine Rolle. Viele denken, dass in ein paar Monaten der ganze Spuk vorbei sei. So eine Art Trump-Effekt. Wozu soll ich mich da noch einschränken? Dies ist meiner Ansicht nach ein sehr großer Irrtum. Es wird lange dauern bis alle, welche bereit sind, sich impfen zu lassen, auch geimpft sind.

Ich bin der Auffassung, dass der Verlust der Fähigkeit auf Dinge zu verzichten, zumindest einen großen Anteil an der gegenwärtigen Entwicklung hat. Deshalb müssen wir uns darauf einstellen, über Jahre noch mit den Folgen von Corona leben zu müssen. Ob wir wollen oder nicht. Da hilft schon gar kein querdenken, das vergrößert nur die Probleme und verlängert die Einschränkungen.

Hans-Georg Althoff

Oberaudorf

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