Mildes Urteil unverständlich

Zum Artikel „Tod des Bibers sorgt für Zorn“ (Regionalteil):

Es ist mir unbegreiflich, wie gegen einen überführten Straftäter ein solch mildes Urteil gefällt werden konnte. Aus meiner Sicht ist kein Argument vorhanden, das sich strafmildernd auf das Urteil hätte auswirken dürfen. Er ist an anderer Stelle, als von der Behörde erlaubt, tätig geworden, hat dabei eine Totschlagfalle benutzt, den grausamen Tod eines Bibers verursacht und trotz eindeutiger Beweise kein Geständnis abgelegt. Zusätzlich hat er damit den Ruf der gesamten Jägerschaft in erheblicher Weise geschädigt.

Wo in diesem Zusammenhang ergibt sich ein entlastendes Argument für den Täter? Was hält den Richter davon ab, den vorhandenen Strafrahmen auszuschöpfen und ihm den Jagdschein zu entziehen? Der Verurteilte gilt mit 50 Tagessätzen nicht als vorbestraft und kann weiterhin zur Jagd gehen. Die 1500-Euro-Geldstrafe dürfte im Vergleich dazu von marginaler Bedeutung sein.

Dem Zeugen, der den Fall zur Aufklärung brachte, gilt mein voller Respekt. Er ist, meiner Meinung nach, ein echter Tierfreund, der nicht nur davon spricht, sondern auch entsprechend handelt. Beim Aufdecken der Straftat und der vom Zeugen durchgeführten Beweissicherung handelt es sich nicht um „Belastungseifer“, sondern um Zivilcourage im besten Sinne.

Helmut Stöckl

Wasserburg

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