Milch ist ein wertvolles Nahrungsmittel

- Zum Thema «Milch» (Leserbriefe von Martin Huber und Thaddäus Weindl): Milch spielt in der gesunden Ernährung eine zentrale Rolle. Dies ist wissenschaftlich vielfach belegt und entspricht den Empfehlungen aller renommierten Organisationen, wie zum Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Es ist nicht verständlich, weshalb immer wieder Milchmärchen aufkeimen, die auf schlichte Behauptungen zurückgehen und anscheinend nur das Ziel verfolgen, die Milch schlecht zu reden. Milch ist ein so wertvolles Lebensmittel, dass sie alleine ausreicht, den Säugling in den ersten Lebensmonaten zu versorgen. Auch im Erwachsenenalter kann der Körper das hochwertige Eiweiß, die Vitamine und Mineralstoffe gut verwerten. Allein schon eine ausreichende Calciumversorgung für starke Knochen wäre ohne Milchprodukte nur sehr schwer oder unter Zuhilfenahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu realisieren. Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaften für Ernährung empfehlen Erwachsenen 1000 Milligramm (mg) Calcium täglich und nennen Milchprodukte als gute Calciumlieferanten in jedem Lebensalter. 1000 mg Calcium stecken in 800 Milliliter Milch, in 100 Gramm Emmentaler, in 1700 Gramm Broccoli oder in 920 Gramm Fenchel. Tatsächlich kann Milch vereinzelt Allergien und Unverträglichkeiten auslösen, allerdings weit nicht so häufig, wie im Leserbrief von Herrn Huber angedeutet. Kuhmilcheiweißallergiker müssen Milchprodukte meiden; im Falle einer Lactoseunverträglichkeit werden gesäuerte Milchprodukte und gereifter Käse jedoch gut vertragen. Auch die Aussage, dass in weiten Teilen Asiens und Afrikas keine Milch getrunken wird, die Menschen dort aber gesünder wären, hinkt: Es müssen weitere Einflussfaktoren wie Sonneneinstrahlung, Lebensstil, Bewegung, genetische Faktoren und Lebenserwartung berücksichtigt werden, wenn das Osteoporoserisiko als Maßstab verwendet werden soll.

Claudia Eberl

Landesvereinigung der

Bayerische Milchwirtschaft

München

Es besteht hier kein Zweifel, dass Milch und alle daraus resultierenden Produkte, mit die wertvollsten Nahrungsmittel sind, die wir haben. Wie sie hergestellt werden, sollte uns allerdings nicht egal sein. Tiere sind auch Gottes Geschöpfe und verdienen es sehr wohl, von uns anständig behandelt zu werden. Da Herr Weindl ja sehr bibelfest ist, hält er es wohl nur mit dem Satz «Der Mensch mache sich die Welt untertan». Wo wir damit hinkommen, wenn jeder nur noch nach seinem persönlichen Profit lebt, ist wohl weitgehend bekannt. Es sagt sehr viel über einen Menschen aus, wie er mit seinen Mitgeschöpfen umgeht. Wir profitieren sowieso von den Tieren, sei es von der Liebe unserer Haustiere oder von den sogenannten Nutztieren, über die vielseitigen Lebensmittel, die wir Gott sei Dank haben. Nur - es darf uns nicht egal sein, wie diese unsere Lebensmittel produziert werden. Die Zahl der Lebensmittelskandale der letzten Jahre spricht Bände. Jeder Verbraucher hat es selbst in der Hand, zum Beispiel Bioprodukte zu kaufen, wo Tierhaltung und Verwertung nicht mit teilweise unsäglichem Leid der Tiere verbunden ist. Lieber kaufe ich nur einmal in der Woche Fleisch, das aus artgerechter Haltung kommt, als jeden Tag das Fleisch aus Mästereien, das auch noch mit allerlei Giften belastet ist und lange nicht so gut schmeckt. Nachdem bereits alle Supermärkte Bioabteilungen anbieten, sind diese Produkte auch erschwinglich geworden. Die Tiere werden es uns danken, vielleicht auch erst im nächsten Leben.

Karin Kieffer

Bruckmühl

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