Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Merkels Desaster und Anastasiadis‘ Zorn

Ein politischer Fehler oder wirtschaftlich sinnvoll? Die Gaspipeline Nordstream 2. ist weiter umstritten.
+
Ein politischer Fehler oder wirtschaftlich sinnvoll? Die Gaspipeline Nordstream 2. ist weiter umstritten.

Zum Kommentar „Merkels strategisches Desaster“ von Georg Anastasiadis (Politikteil):

Die Meinung von Herrn Anastasiadis reiht sich ein in die vielen kritischen Kommentare zu Nordstream 2. Allen ist gemeinsam, dass für die Ablehnung der Pipeline keine wirtschaftlichen Fakten genannt werden. Vielmehr ist die Rede davon, Berlin habe „sämtlichen Kredit ( …) bei seinen Verbündeten aufgebraucht“ und „ihre Vollendung verschlingt horrendes politisches Kapital“. In einem seiner früheren Kommentare meinte Herr Anastasiadis „(…) es mag ja sein, dass Russland bislang immer seine Verträge eingehalten hat (…)“. Genau dies begründet aber doch das Vertrauen, das man einem Vertragspartner entgegenbringt. Vor wenigen Jahren hat die Ukraine im Konflikt mit Russland die über ihr Land führende Gaspipeline abgedreht, um politischen Druck auf Russland und die Abnehmer das Gases auszuüben. Die USA haben Sanktionen gegen Baufirmen der Pipeline verhängt, letztlich um das eigene Flüssiggas verkaufen zu können. Es sind rein wirtschaftliche Interessen, die die Länder Ostmitteleuropas unter sicherheitspolitischen Bedenken verbergen. Das Ärgernis liegt nicht in der Vollendung der Pipeline, die aufgrund schleppenden Ausbaus erneuerbarer Energien in Deutschland nötig ist (Windkraft wird blockiert, Stromtrassen verhindert und nun soll die Kohleverstromung nach dem Willen unseres Ministerpräsidenten acht Jahre früher enden als vereinbart). Das Ärgerliche ist der Preis, den sich die Bundesregierung diktieren ließ: Man „entschädigt“ die Transitländer für entgangene Durchleitungsgebühren und will den USA teures Flüssiggas abkaufen! Dies offenbart die Schwäche „der europäischen Hegemonialmacht“.

Manfred Schönhofer

Rosenheim

Georg Anastasiadis ist – wieder mal – schwer zornig auf seine Intimfeindin Merkel. Weil: „Deutschland hängt energiepolitisch künftig am Tropf Russlands.“ Wieso das? Weil Merkel ein „geostrategisches Desaster“ angerichtet habe, indem sie erreichte, dass Nordstream 2 fertig gebaut wird. Mal etwas nüchterner, ohne geostrategische Überhöhung betrachtet: Es gibt bislang drei große Gasleitungen von Russland nach Westeuropa: die mit Abstand größte durch die Ukraine; Nord stream 1 durch die Ostsee, das zusammen mit der neuen Nordstream 2 immer noch etwas kleiner ist als die Ukraine-Leitung; eine noch etwas kleinere durch Polen. Mit Nordstream 2 sind es vier Leitungen. Wie entsteht dadurch Abhängigkeit von Russland? Wo bleibt hier die Logik? Genauso gut könnte man sagen, dass Russland jetzt von Deutschland abhängig wird. Die Russen sind ja davon abhängig, dass wir ihr Gas kaufen wollen. Genauso gut könnte man sagen: Wenn wir zu den drei Autobahnen nach Österreich eine vierte bauen, hängen wir verkehrspolitisch am Tropf Österreichs. Hier fällt es jedem auf, was das für ein Nonsens ist. Bei Erdgas, Putin und Merkel setzt dagegen Nüchternheit aus. Aber nüchternes Nachdenken und Logik ist bei OVB-Kommentaren immer mal wieder überflüssiger Luxus.

Franz Garnreiter

Rosenheim

Kommentare