Wer ist die Melkkuh der Nation?

Die Automobilindustrieist mit gewaltigen Veränderungen konfrontiert. dpa
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Die Automobilindustrieist mit gewaltigen Veränderungen konfrontiert. dpa

Zum Artikel „300 Millionen Euro für das Autoland Bayern“ (Wirtschaftsteil):

Im betreffenden Artikel sind wohl die Begrifflichkeiten ein wenig durcheinandergeraten. Wer gibt da wem was? Das Land Bayern gibt dem Autoland Bayern. Sollte es nicht korrekt heißen: Der bayerische Steuerzahler, das heißt, auch der Bus- und Radfahrer, gibt der bayerischen Autoindustrie etwas?

Vor gar nicht allzu langer Zeit hat der Spiegel auf den von der Böll-Stiftung und dem VCD herausgegebenen Mobilitätsatlas hingewiesen, in dem unter anderem auch auf die Mobilitätskosten eingegangen wird. Betrachtet werden hierin nicht die direkten, also vom Nutzer des jeweiligen Verkehrsmittels selbst aufzubringenden Kosten, sondern der Anteil, den die Allgemeinheit aufbringt. Und hierbei kommt etwas zutage, was gar nicht so erstaunlich ist: Nicht der Autofahrer ist die Melkkuh der Nation, sondern der Rad- und Busfahrer. Denn für jeden einzelnen gefahrenen Auto-Kilometer schießt die Allgemeinheit nicht weniger als zehn Cent zu. Der entsprechende Wert für Bus- und Bahnkilometer liegt bei etwa drei Cent. Hauptkostentreiber sind hierbei die bei Verkehrsunfällen entstehenden Kosten.

Christopher von Königslöw

Prien

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