Für mehr Verständnis zwischen Rad- und Autofahrern

Nur selten sind Radwege derart gut ausgebaut, dass sie auch für Rennradfahrer gut geeignet sind.
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Nur selten sind Radwege derart gut ausgebaut, dass sie auch für Rennradfahrer gut geeignet sind.

Zum Bericht „Auf zwei und auf vier Rädern“ über die Regeln für Fahrradfahrer und Autofahrer (Regionalteil):

Ich bin begeisterter Rennradler und grundsätzlich auch dafür, Radwege zu nutzen. Allerdings ist das oftmals gefährlicher als die Fahrt auf der Straße. Laut dem Artikel muss jede Art von Radler (E-Biker, Mountainbiker, Freizeitradler und Rennradfahrer) die markierten Radwege benutzen – in den meisten Fällen zusammen mit Fußgängern. Leider sind die Radwege dafür aber oftmals gar nicht ausgerichtet, viele sind in einem Zustand, der eher einer geteerten Holperstrecke als einem Radweg entspricht. Die Wege sind vielerorts sehr schmal, dreckig und mit Schlaglöchern durchzogen. Diese können allenfalls noch mit dem Mountainbike, E-Bike beziehungsweise mit Rädern mit unempfindlichen Reifen befahren werden. Für Rennradfahrer sind solche Wege eher gefährlich.

Ich habe den Eindruck, dass die Wege – bevor sie als verpflichtender Radweg ausgewiesen werden – nicht von den Verantwortlichen mit dem Rad befahren werden! Hier wird vom Schreibtisch oder vom Auto aus gehandelt – nach dem Motto: Da gibt es einen Radweg und den haben alle Radler auch zu befahren, damit die Autos auch genug Platz haben.

Gemeinsame Rad- und Fußwege in Ortsbereichen sind meiner Meinung nach nur gefährlich. Hier sollten nur Kinder Fahrrad fahren dürfen. Alle anderen haben auf einem Weg, der an Hauseingängen, Läden oder Arztpraxen vorbeiführt nichts zu suchen. Wenn diese Radler ganz normal die Straße benutzen, entschleunigen sie dabei auch gleich den Autoverkehr. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen viele Leute das Radfahren für sich auch wieder neu entdeckt haben, wäre ein gut ausgebautes Radwegenetz wünschenswert.

Daniela Maier

Aschau

Der Bericht führt sicher zu mehr Verständnis zwischen Rad- und Autofahrern. Vor allem der Paragraf 1 „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht“ sollte beachtet werden. An zwei Punkten wären allerdings konkretere Aussagen seitens der Polizei sinnvoll: 1. Darf oder muss ein Radfahrer einen Radweg auf der Gegenseite der Fahrbahn benutzen, wenn rechts keiner vorhanden ist? Und wie ist die Rechtslage im Falle eines Unfalles mit einem sogenannten Geisterradler? Und 2.: Dürfen, sollen oder müssen Radfahrer in einer Gruppe von x Personen in Zweierreihen nebeneinander fahren?

Sinn hat das vielleicht schon, weil Radfahrer auf einer sechs Meter breiten Straße undzwei Metern Sicherheitsabstand bei Gegenverkehr ohnehin nicht überholt werden können, egal ob sie hintereinander oder zwei nebeneinander fahren. Bei Zweierreihe ist die Gruppe aber nur halb so lang, was den Überholvorgang deutlich erleichtert.

Die Aussage der Polizei, dass kein Verkehrsteilnehmer benachteiligt werden darf, ist natürlich richtig; gleichzeitig aber schon sehr dehnbar, weil ein und dieselbe Situation von den verschiedenen Verkehrsteilnehmern durchaus gegenteilig wahrgenommen werden kann. Was zu den in letzter Zeit im OVB wiederholt geschilderten Eskalationen zwischen Rad- und Autofahrern führt.

Sepp Stein

Bad Endorf

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