Mehr Klarheit bei Corona-Einschränkungen

Schutzmasken als angesagtes Accessoire: Das Thema hat mittlerweile die Modemarken erreicht.
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Schutzmasken als angesagtes Accessoire: Das Thema hat mittlerweile die Modemarken erreicht.

Zur Berichterstattung über die Corona-Lockerungen (Politikteil) und zu „Masken, Grundrechte und Neustart“ (Leserbrief von Dr.

Andreas Strasser):

Dr. Strasser weist in seinem Leserbrief darauf hin, dass laut Ifo-Institut keine Übersterblichkeit für das laufende Jahr 2020 festgestellt wurde, der durchgeführte „Shutdown“ sei also absolut überzogen und fordere in seinen Auswirkungen mehr Tote als das Virus. Zudem erklärt er den Skeptikern, ohne einen Beleg dafür zu liefern, dass die Maßnahmen – wohl der Regierung – das Sterbegeschehen im Beobachtungszeitraum kaum beeinflusst hätten. Erstaunlich, denn das hieße ja, dass wir ohne zielführende Gegenmaßnahmen vom Coronavirus weitgehend verschont geblieben sind. Entweder ein Wunder oder das Virus existiert überhaupt nicht und die Verschwörungstheoretiker haben eben doch recht. Aber wie erklärt man dann die Vielzahl der Toten in Norditalien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, den USA oder Brasilien? Wie falsches Krisenmanagement funktioniert, haben gerade die drei zuletzt genannten Länder bewiesen. In Brasilien werden Massengräber ausgehoben angesichts des grassierenden Virus. Selbst ein Donald Trump hat inzwischen einsehen müssen, dass das Coronavirus andere Auswirkungen als ein Grippevirus hat und wer will schon noch begriffsstutziger als dieser Muster-Präsident sein? Im Übrigen hätte ich einen guten Vorschlag: Wenn man schon das Ifo-Institut zitiert, sollte man vielleicht noch etwas weiterlesen. Auf Seite 2 der Erläuterungen zur Ifo-Mitteilung findet sich mit wissenschaftlicher Vorsicht folgender Satz: „Möglicherweise haben die Restriktionen des öffentlichen Lebens seit Ende März mit dazu beigetragen, eine erhöhte Sterblichkeit der Bevölkerung während der Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern.“

Bernward Schmidt

Prutting

Hat Herr Söder anfangs ein verregnetes Wochenende nicht abgewartet, sondern sofort konsequent den „Lockdown“ verkündet, um so kleinlicher reagiert er jetzt mit den Lockerungen. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum beispielsweise Kinos und Theater bislang geschlossen sind, wo meiner Meinung nach ein „Sicherheitskonzept“ sehr einfach umsetzbar wäre. Bei anderen Lockerungen wie Stadtführungen, Museen und Restaurants sind die Vorschriften so verworren, dass selbst die Verantwortlichen nicht wissen, was Sache ist. Typisch deutsch wird kleinlich beispielsweise unterschieden, ob ein Biergarten um 20 Uhr oder um 22 Uhr schließen darf. Ganz davon abgesehen, dass in Innenräumen, wo von Anfang an bis 22 Uhr geöffnet sein durfte, Corona sich offensichtlich besser verbreitet als außerhalb. Das hemmt die Wirtschaft, obwohl augenscheinlich ja wieder Normalität eintritt. Anderswo wird gelockert, ohne dass Sicherheitskonzepte eingehalten oder kontrolliert werden. Da treffen sich – selbst am Pfingstsonntag erlebt – ganze Familien auf Spielplätzen und feiern ohne Abstand und Schutzmasken Grillfeste, den Autonummern nach zu urteilen angereist aus halb Deutschland. Bootsdemonstrationen werden genehmigt, bei denen ich – zumindest auf den veröffentlichten Bildern – nicht einen einzigen sehe, der Mundschutz trägt oder den Abstand einhält. Ich frage mich, wer bei dieser Demonstration zwecks eventueller Nachverfolgung die Personalien aller Beteiligten aufgenommen hat. Die Zahlen seit Beginn der Lockerungen vor gut drei Wochen beweisen, dass die Situation – abgesehen von einigen Hotspots – im Griff ist. Nur um eines klarzustellen: Der Virus ist gefährlich und wird noch eine ganze Weile unter uns sein. Aber ein bisserl mehr Mut und vor allem Klarheit für die verantwortlichen Betreiber wäre schön.

Michael Schuldes

Feldkirchen-Westerham

Ich bin entsetzt über die Arroganz, mit der Sie, Herr Herrmann, in einer Mitteilung des bayerischen Innenministeriums Politiker anderer Bundesländer diffamieren, weil diese auf eine massive Lockerung der corona-bedingten Maßnahmen oder deren Aufhebung hinarbeiten. Sie bezichtigen diese Verantwortungsträger des Populismus und unterstellen ihnen, ihre Entscheidungen wären nicht von Sachverstand geprägt! Ihre Hoffnung, diese Menschen mögen „zur Einsicht“ kommen, lässt vermuten, dass Ihre Haltung darauf basiert, dass Sie allein im Besitz der Wahrheit sind. Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass es unterschiedliche Meinungen hinsichtlich der Corona-Thematik sogar unter Wissenschaftlern gibt? Sprechen Sie diesen auch ihre Kompetenz ab? Glauben Sie ernsthaft, diese Politiker überlegen sich nicht sehr genau, was sie tun? Was ist das für eine Geisteshaltung, Herr Herrmann? Meiner Meinung nach ist das Diffamieren anderer Meinungen nicht demokratiefähig! Sie stehen an der Spitze eines bayerischen Ministeriums auch in einer besonderen Verantwortung! Ich fordere Sie dazu auf, diese Haltung zu überdenken!

René Stauß

Schwabmünchen

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