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Mathe-Abi: Wo bleibt die Chancengleichheit?

Zum Bericht „War das Mathe Abitur zu schwer?“ (Bayernteil):

„Ach du lieber Himmel, was ist das denn?“ Das waren meine ersten Gedanken, als ich auf mein Mathe-Abitur vor mir am vergangenen Dienstag schaute. Und da war ich leider nicht die Einzige. Nicht funktionierende Online-Konferenzen, absolute Überforderung auf Lehrer-, Schüler- und Elternseite, fehlende Lerninhalte, schlichtweg kein richtiger Unterricht die letzten eineinhalb Jahre. Eines der wenigen Dinge, die mich und viele andere in dieser schwierigen Oberstufenzeit noch motiviert gehalten haben, auf unser Abitur zu lernen, waren die Aussichten auf einigermaßen faire Abiturprüfungen – gerade in Mathematik. Diese Hoffnung schwand schon, als nur dürftig Lerninhalte aus dem Abitur gestrichen wurden und verpuffte leider endgültig beim Anblick der Abiaufgaben. Den Höhepunkt meines Ärgers erlebte ich aber in der Reaktion unseres Kultusministers Herrn Piazolo, der die Aufregung mal wieder so abtat, als wäre sie nur stressbedingte Übertreibung, die sich ja jedes Jahr umsonst ereignen würde. Aber eigentlich müsste man sich doch als reflektierter Mensch die Frage stellen, wieso es jedes Jahr aufs Neue einen großen Teil von Schülerinnen und Schülern gibt, die das Abitur unangemessen schwer finden; ob man den Schülern zu viel abverlangt – auch schon vor Pandemiezeiten – und jetzt erst recht. Diejenigen Schüler, die ein Ausnahmetalent sind, werden es natürlich auch dieses Jahr sein. Worum es aber geht, sind diejenigen, die Probleme in manchen Fächern haben und nun gnadenlos auf der Strecke gelassen wurden. Unser Schulsystem sollte sich eigentlich nicht nach dem Motto „der Stärkere gewinnt“ richten, sondern Chancengleichheit garantieren. Nicht nur in dieser Hinsicht, haben Sie, Herr Piazolo, kläglich versagt.

Magdalena Brandl

Wasserburg

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