Maskenpflicht für Kinder: Muss es gleich die juristische Keule sein?

Zu dem Bericht „Droht der lautlose Tod?“ und „Vater will vor Gericht ziehen“ über die Maskenpflicht für Schüler (Regionalteil):

Sich Hände bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu waschen, am besten dabei noch zweimal „Happy Birthday“ zu summen, ist zielführend. Kinder psychisch mittels Flyer oder verbaler und sogar medialer „Begleitung“ unter Druck zu setzen, ist das sichere Gegenteil davon!

Das „Aktionsbündnis“ – wer auch immer sich dabei zu irgendetwas demokratisch legitimiert fühlt – suggeriert ohne jeden nachvollziehbaren Sachverhalt, dass beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) der „Stille Tod“ drohe, was durch die Autorin des Artikels auch noch vollmundig als „stiller Tod“ eingekleidet wird. Guter Journalismus ist etwas ganz anderes. Woran dachte die Autorin, als sie sich zum Titel „Maskenpflicht: Droht der lautlose Tod?“ hinreißen ließ? Auflage? Aufstieg? Ansehen?

Es gibt einen Typus, der seine eigenen Thesen durch die Wissenschaft widerlegt sehen möchte. Und solange dies nicht geschieht, glaubt er sich im Recht. Aber Wissenschaft funktioniert anders.

Ganz beliebt ist die Argumentation eines sogenannten „Wissenschaftlichen Streits“. Streit ist wohl immer gut, weil er eigenes Denken entbehrt und man sich einer Seite anschließen kann. Aber es gibt keinen wissenschaftlichen Streit über die Nutzung der MNS-Masken; meines Wissens nirgendwo in der Fachwelt! Oh, ich vergaß, in einer kleinen Enklave Andersdenkender in Rosenheim verbreiten sie etwas anderes.

Aber denken wir mal dieses medial unterstützte Modell zu Ende. In Praxen und Kliniken, auf Intensivstationen oder in allen Operationssälen Bayerns und an vielen anderen Orten würden wir anfangen zu glauben, dass die Mitglieder des Aktionsbündnisses Recht haben könnten und ließen die Masken schon morgen fallen oder würden sie uns vom Gesicht reißen lassen. Was glauben Sie, würde hochwahrscheinlich noch am gleichen Tag geschehen?

Dr. Michael Piechnick

Rehling

Wer hat die unzähligen, Maske tragenden Opfer aus OP-Teams, Intensiv- und Isolationsstationen sowie anderen medizinischen Bereichen seit 1940 gezählt? Ein Zeitraum von 80 Jahren böte sich doch geradezu an für eine Langzeitstudie. Es gibt darüber hinaus genug andere Berufe und Tätigkeiten, bei denen auch zwingend eine Gesichtsmaske getragen werden muss.

Kathrin Astl

Aschau/Chiemgau

Das arme Kohlenstoffdioxyd (CO2) ist inzwischen so verteufelt, dass Eltern schon die CO2-Vergiftung ihrer Kinder fürchten. Dem ist zu entgegnen, dass CO2 ein völlig ungiftiges, geruchloses und geschmackloses Gas ist, das beim Sauerstoff-Austausch in unserer Lunge gebildet und mit jedem Atemzug ausgeatmet wird. Wehe, wenn das giftig wäre! Ob die lieben Eltern da etwa CO2 mit CO (Kohlenstoffmonoxyd) verwechseln?

Außerdem ist CO2 ein wichtiger Nährstoff für unsere Pflanzen. Pflanzen nehmen Kohlenstoffdioxyd aus der Atmosphäre auf und wandeln es durch Photosynthese unter Einwirkung von Licht und Aufnahme von Wasser in Kohlehydrate wie Glucose um. Also, ein wertvoller Dünger für unsere Pflanzen und Bäume.

Und drittens hat CO2 eine geringere Wärmeleitfähigkeit als Luft und hält somit einen Teil der Wärmeeinstrahlung von der Sonne zurück. Sonst wären unsere Sommer noch heißer. Fazit: CO2 ist ein wichtiger Bestandteil unserer Schöpfung.

Frank Koppitz

Prien

Sicherlich werden zahlreiche Väter von masken-pflichtigen Schulkindern das Anliegen von Vater und Rechtsanwalt Christoph Lindner verstehen, für seine Tochter die Maskenpflicht abzuschaffen. Aber, Herr Lindner, muss es gleich wieder einmal (wie bei so vielen „Querdenkern“) die juristische „Keule“ sein? Dieses Mittel liegt Ihnen als Rechtsanwalt vermutlich nahe – aber ich habe einen besseren Vorschlag. Kaufen Sie einen Luftreiniger und schenken ihn dem Klassenraum Ihrer Tochter.

Wenn Sie diesen Schritt entsprechend öffentlich machen, ernten Sie einen doppelten Erfolg: Ihre Tochter ist die Maske los und es finden sich andere Spender, die das gleiche Anliegen haben und denen Ihre Spende als Vorbild dient, das Gleiche zu tun. Viel Glück!

Dr. Jan Bodo Sperling

Marquartstein

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