Masern-Impfung: Viele offene Fragen

Ein Kinderarzt impft ein einjähriges Kind in den Oberschenkel mit dem Impfstoff Priorix (Lebendvirusimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln). Das Bundeskabinett hat ein Gesetz für eine Masern-Impfpflicht auf den Weg gebracht. Ab März 2020 müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Die Impfpflicht gilt auch für bestimmte Erwachsene.  Julian Stratenschulte/dpA
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Ein Kinderarzt impft ein einjähriges Kind in den Oberschenkel mit dem Impfstoff Priorix (Lebendvirusimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln). Das Bundeskabinett hat ein Gesetz für eine Masern-Impfpflicht auf den Weg gebracht. Ab März 2020 müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Die Impfpflicht gilt auch für bestimmte Erwachsene. Julian Stratenschulte/dpA

Leserbrief zum Artikel „Rasanter Anstieg“ von Masernfällen weltweit und zum Interview mit Impfexperten:

Leider gibt der Artikel „Masern: Mythen versus Wahrheit“ nicht die Wahrheit zum Thema Masern-Virus wieder. Dr. Lanka und Dr. Bardens haben einen fünfjährigen „Masern-Virus-Prozess“ geführt. Das Oberlandesgericht in Stuttgart hat am 16. Februar 2016 (und der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am 1. Dezember 2016 in letzter Instanz) entschieden, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für einen Masern-Virus gibt. Dr. Bardens hat sechs wissenschaftliche Publikationen als Beweis für die Existenz eines Masern-Virus vorgelegt. Durch den gerichtlich bestellten Gutachter Professor Podbielski wurde jedoch festgestellt, dass keine der sechs vorgelegten Publikationen einen Beweis für die Existenz eines Masern-Virus enthält. Dr. Badens hat den Prozess verloren – nachzulesen unter https://wissenschafftplus.de. Solange nicht der wissenschaftliche Beweis eines Masern-Virus erbracht wird, ist die Impfpflicht verfassungswidrig! Es ist eine Frage der Zeit, bis sich Betroffene zur Wehr setzen werden und das Gesetz kippen. Dr. Markus Frühwein unterliegt als Experte fürs Impfen leider den Fehldeutungen und Vermutungen seiner Kollegen, ohne dass ihm aufgefallen wäre, dass wie durch das Gericht festgestellt worden ist, keine Kontrollexperimente in den Publikationen vorgenommen worden sind. Somit ist die fundamentale Pflicht verletzt worden nach den international definierten Regeln der Wissenschaft zu arbeiten. Seine Aussage „Nicht zu impfen ist damit asoziales Verhalten im ursprünglichen Sinne“ ist diskriminierend und nicht haltbar.

Christian Budde

Schechen

Ich verfolge die Berichterstattung schon seit einigen Monaten und mir fällt auf, dass sehr häufig gezielt das Thema „Masern“ und „Masern-Impfpflicht“ aufgegriffen wird. Es gibt sicherlich viele andere schlimme Krankheiten, global und deutschlandweit gesehen, über die es sich zu berichten lohnt.

Dass es trotzdem so ist, ist sicherlich kein Zufall und ich finde es erschreckend, ein einseitiges und unvollständiges Meinungsbild abzugeben. Ob es an Unwissenheit oder Desinteresse liegt, sich umfassend zu informieren, und ob gezielt gesteuert wird, mag ich nicht zu beurteilen.

Im Interview mit einem Impfexperten haben beispielsweise folgende Fragen gefehlt: Wen würde eine Impfpflicht gegen Masern treffen? Neben den viel diskutierten Kindern in Kindergärten und Schulen sind alle Lehrer, Erzieher, Kinderpfleger, medizinisches Personal, Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und mehr betroffen.

Obwohl schon lange diskutiert, gibt es bisher keinen zugelassenen Einzelimpfstoff gegen die Masern. Warum? Eine Impfpflicht würde zwei Impfungen vorschreiben. Warum? Bei circa 91 bis 95 Prozent der einmal geimpften Personen liegt eine Immunität gegen die Krankheit vor. Warum müssen trotzdem alle Personen zweimal geimpft werden?

Wir haben in Bayern eine Impfquote von fast 95 Prozent bei den Kindern. In vielen EU-Ländern mit Impfpflicht liegt diese Quote deutlich niedriger. Was also will man damit in Deutschland erreichen? Welcher Zielgruppe kann man in 2019 sehr viele Neuerkrankungen zuordnen? Das waren junge Erwachsene, legale und illegale Zuwanderer. Das wäre aber keine Zielgruppe der geplanten Impfpflicht.

Doris Resch

Rechtmehring

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