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Mainstream oder Massenirrtum?

Zum Bericht „Audianer_innen: Audi AG wegen Genderpolitik vor Gericht – Mitarbeiter fühlt sich diskriminiert“ (Politikteil):

In Deutschland ist der Trend zu einer allgemein anerkannten und viel zu wenig diskutierten und kritisierten Massenmeinung nicht zu verkennen. Sie wird medial breit vertreten und gerne als allgemeine und absolute Volksmeinung hingestellt.

Egal, ob es sich dabei um den überstürzten Austritt aus dem Atomstrom in Deutschland, um die Flüchtlingsdebatte im Jahre 2015, um die Einführung der Kita-Plätze und die damit verbundene Schwächung elterlicher Verantwortung, um den Umgang mit der LGTBQ-plus-Gesellschaft, um die Einführung einer künstlichen und verwirrenden „Gendersprache“, um die Impfung in der Corona-Krise, um die militärische Unterstützung der Ukraine im Angriffskrieg 2022 und so weiter handelt.

In vielen Themenbereichen scheint es manchmal nur eine gültige Meinung zu geben: ein bedingungsloses, willfähriges Ja zum Mainstream.

Wer davon abweicht, wird leicht in unliebsame politische Lager gedrängt oder als schwächelnde Person abgeurteilt. Auch die Kirchen machen vor dieser Form der „Anbiederung“ nicht Halt. „Und gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens…“, schreibt Paulus im Römerbrief (12,2). Manchmal ist es wichtiger, Kante zu zeigen und gegen den Strom zu schwimmen, als mit den Wölfen zu heulen.

Eine demokratische Gesellschaft ist in der Tat in der Lage, unterschiedliche Meinungen fair zu diskutieren und aushalten zu können. Die Mehrheit hat sich in der Geschichte der Menschheit sehr oft geirrt. Klugheit und Toleranz machen eine spannende Meinungsvielfalt erst möglich.

Christian Kuster

Großkarolinenfeld

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