Die Logik des Hasses?

Zu den Leserbriefen von Günter Serschen „Gleichschaltung, Ausgrenzung und Meinungsdiktat“ und Willy Stockburger „Treffende Analyse“:

Wenn Herr Serschen Herbert Grönemeyer Intoleranz, Hass und Ausgrenzung Andersdenkender vorwirft, dann zeigt er deutlich, dass er nichts verstanden hat. Gröneme yer bekannte sich in Wien nämlich klar zu einer offenen und humanistischen Gesellschaft, in der für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze eben kein Platz sein sollte! Dass er davon sprach, man müsse diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat, ist also in diesem Zusammenhang zu sehen und hat mit Gleichschaltung überhaupt nichts zu tun. Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz, das ist der Tenor seiner Aussage und eigentlich sehr leicht zu verstehen. Wenn sich Herr Serschen am zugegebenermaßen unglücklichen Ausdruck „diktieren“ stört, dann sollte er seinerseits aber auch nicht martialisch vom angeblichen „Krieg“ gegen die nicht angepasste Bevölkerungsgruppe“ reden. Andererseits scheint der Ausdruck „Krieg“ momentan durchaus angemessen, er wird allerdings gegen die freiheitlich, demokratische Grundordnung von radikalen Rechten geführt: verbal mit unsäglichen Beleidigungen wie bei Frau Künast, in der Tat wie gerade in Halle oder im Fall Lübke. Dagegen sollte man sich mit aller Macht wehren! Apropos Lübke: Dieser hatte es gewagt, in einer Bürgerversammlung, in der er ständig von Rechten beschimpft worden war, zu sagen, es lohne sich, für Werte einzutreten und wer diese Werte nicht teile, könne jederzeit das Land verlassen. Hasstiraden im Netz und auf rechten Kundgebungen waren die Folge. Schon komisch, denn gerade bei solchen Aufmärschen wird gerne skandiert: „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“. Die Logik des Hasses?

Bernward Schmidt

Prutting

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