Lockdown ohne Wirkung?

Das Schild mit dem Schriftzug „Lockdown“ im Schaufenster eines Kaufhauses. Doch wie wirksam sind die Maßnahmen? Darüber machen sich unsere Leser unterschiedliche Gedanken.
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Das Schild mit dem Schriftzug „Lockdown“ im Schaufenster eines Kaufhauses. Doch wie wirksam sind die Maßnahmen? Darüber machen sich unsere Leser unterschiedliche Gedanken.

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie im Politik-, Bayern-, Regional- und Lokalteil):

In einem Bericht der Tagesschau hat die Virologin Melanie Brinkmann betont, dass Schnelligkeit bei der Bekämpfung der Virus-Ausbreitung von essenzieller Bedeutung ist. Das heißt: Infektionen durch Tests schnell erkennen; schnell zu wissen, mit wem der Infizierte die letzten Tage in Kontakt war; schnell die Kontaktpersonen zu testen und gegebenenfalls zu isolieren, damit sich keine weiteren Infektionen ausbreiten.

Was passiert tatsächlich? Der Neuinfizierte wird befragt, mit wem er in den vergangenen fünf Tagen in Kontakt war. Wissen Sie noch genau, mit wem Sie in den letzten fünf Tagen alles Kontakt hatten? Beim Einkaufen? Bei der Arbeit? Beim Sport? Im Restaurant (wenn wir wieder dürfen)? Ich nicht. Die Gesundheitsämter sind natürlich überfordert mit der Auswertung von handschriftlichen Gästelisten und dem Nachtelefonieren und Befragen aller möglichen Kontaktpersonen. Und beim Einkaufen ist die Ermittlung der Kontaktpersonen überhaupt nicht möglich. Zudem ist fraglich, ob alle Infizierten und Kontaktpersonen bei der Wahrheit bleiben, aus Angst vor Einschränkungen.

Dabei wäre es so einfach, wenn die Corona-App verpflichtend wäre und alle Kontakte aufzeichnen würde. Die Kontaktpersonen werden automatisch informiert und mit Anweisungen für Test und Quarantäne versorgt. Und was ist mit dem Datenschutz? Können die Daten missbraucht werden? Ja, das stimmt. Da müssen sich die Datenschützer und Politiker geeignete Regeln einfallen lassen.

Aber es wäre auf jeden Fall besser als ein langer Lockdown. In einigen demokratischen, asiatischen Staaten (Japan, Südkorea, Singapur) funktioniert das.

Martin Diewald

Raubling

Alle Politiker (Bund, Länder, Kommunen) sonnen sich darin, wie tüchtig sie die Corona-Krise meistern. Die wichtigste Frage wurde aber gar nicht erst gestellt: Eine gigantische finanzielle Aufgabe wie diese, die viele hundert Milliarden Euro kostet und über viele Jahre laufen wird, verlangt danach, die ungeheuren Lasten auf alle Schultern zu verteilen.

Warum bitten Kanzlerin Merkel, der Bundestag und das Kabinett nicht das Volk um einen eigenen Beitrag, zum Beispiel eine Corona-Gebühr? Wenn jeder Bürger zehn Prozent seines Geldvermögens einmalig spenden würde (Geringverdiener ausgenommen, Grenze 2000 Euro monatlich), kämen stolze 900 Milliarden Euro zusammen, die schon mal nicht per Kredit vom Bund aufgenommen werden brauchten! Nicht zu vergessen, die weiteren Milliarden, die am Volk hängenbleiben werden (Finanzkrise 2008 rund 200 Milliarden pro Jahr für die Erbengeneration (Steuern), viele Hundert Milliarden für die Amtskirchen, Hunderte Milliarden pro Jahr entgangene Zinsen für die Bürger). Vor all diesen Verantwortlichkeiten drücken sich die Parteien. Grund: Irgendwo in der BRD ist ja immer Wahlkampf und der Wähler ist gewohnt, dafür gekauft zu werden.

Matthias Fuchs

Waldkraiburg

Nach Wochenenden und Feiertagen werden die Meldungen über Neuinfektionen stets mit dem Hinweis versehen, es hätten nicht alle Gesundheitsämter die Zahlen gemeldet. Das nährt den Verdacht, dass die Ämter in einen Wochenend-/ Feiertagsmodus wechseln und dies trotz erklärtem Katastrophenfall. Verständnis kommt da nicht auf; leider wird es schlicht hingenommen.

Man stelle sich vor, THW oder Bundeswehr würden bei Hochwasser, Waldbrand oder extremem Schneefall am Wochenende ihre Einsätze einstellen. Dann gäbe es berechtigterweise einen Aufschrei! Und könnte man sich vorstellen, dass die Feuerwehr am Wochenende einen Brand nur mit vermindertem Personaleinsatz bekämpft? Wohl kaum, denn es entspräche auch nicht dem Selbstverständnis der genannten Organisationen, Menschen in Not beizustehen.

Wie beeindruckend ist dagegen die Hilfeleistung der Feuerwehren des Landkreises zur Unterstützung der Menschen im kroatischen Erdbebengebiet. Es genügten kurze Aufrufe über Facebook und Sachspenden kamen zusammen, um einen Konvoi mit 42 Fahrzeugen zu beladen und nach Kroatien zu fahren. Wohlgemerkt: All dies geschah an einem Wochenende durch freiwillige Helfer in ihrer Freizeit.

Manfred Benkel

Flintsbach

Vor Weihnachten hat Ministerpräsident Markus Söder in einem Interview gesagt, er sei überzeugt von den Maßnahmen, die er beschlossen hat. Das ist gut so, denn nur dann hat er eine Chance, diese an den Mann und die Frau zu bringen. Jedoch zeugt dies auch von der vollständigen Unfähigkeit zur Reflexion und Bewertung des eigenen Tuns!

In Anlehnung an Albert Einstein kann man nur rufen: „Es ist Dummheit, immer das Gleiche zu tun und auf andere Ergebnisse zu hoffen!“

Alle Lockdowns europaweit haben nicht dazu geführt, den künstlich installierten Inzidenzwert von 50 pro 100 000 Einwohner herzustellen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach faselt sogar schon von einem Inzidenzwert von 25 – unverantwortlich!

Unser primäres Problem ist nicht dieser künstliche Inzidenzwert, sondern dass täglich Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 sterben. Hier versagt die Politik zu 100 Prozent. Warum werden nicht verbindlich FFP2-Masken für den Besuch von Pflege- und Altenheimen sowie von Geschäften und dem ÖPNV vorgeschrieben? Warum nicht Einkaufszeiten für die Risikogruppe, die 96 Prozent der Todesfälle ausmacht! Warum nicht verbindliche Schnelltest vor dem Betreten einer solchen Einrichtung?

Was hilft ein 72/48 Stunden alter Covid-19-Test, der nur Aussagekraft bezüglich dem Zustand einer Person von vor 72/48 Stunden hat – jedoch keine Aussagekraft bezüglich des Zeitpunkts besitzt, zu dem eine solche Einrichtung betreten wird!

Auch die unsägliche Diskussion über Privilegien für Geimpfte zeigt die Unfähigkeit der Politik. Haben wir gerade in Deutschland nicht einschlägige Erfahrungen mit Stigmatisierung in der Gesellschaft gemacht? Da kann man den Damen und Herren Politikern nur Nachhilfe in Geschichte der Mittelstufe empfehlen!

Und den Virologen sei gesagt, dass der Lockdown wissenschaftlich gesehen sicher ein sehr interessanter Feldversuch ist. Aber Menschen müssen von etwas leben und lassen sich nicht wie Laborratten behandeln. Oder wie John Lennon es einst formuliert hat: „Leben ist das was passiert, während man andere Pläne macht!“ Letztlich bleibt dann nur noch der vollständige zivile Ungehorsam!

Raimund Mann

Bad Aibling

Was haben wir doch für irrsinnige Corona-Maßnahmen. In der Kirche dürfen sich an die 20 bis 30 Personen aufhalten zum Gottesdienst – selbstverständlich mit Maske, aber bitte ja nicht laut beten oder gar singen. Die kleinen Bekleidungsgeschäfte oder Parfümerien mussten ganz schließen, obwohl das Personal penibel darauf achtete, dass sich nur zwei Kunden im Laden aufhielten. Und erst wenn einer ging, durfte der Nächste rein.

Auch die Lokale durften nur noch einen Bruchteil ihrer Gäste empfangen, obwohl sie alle Maßnahmen bis ins kleinste Detail umsetzten. Nur in den großen Supermärkten, da war immer volles Haus – bis zu 200 Kunden durften rein, alles eng auf eng, nur Gedränge und Geschubse, von Mindestabstand keine Spur. Und dazwischen das Personal, das in dieser Enge die Waren einräumen musste. Aber Merkel und Söder bekommen dies ja nicht mit, die mischen sich bestimmt nicht unter das „gemeine Volk“. Was für eine Farce.

Irmengard Gartmeier

Bad Aibling

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