Lockdown bleibt umstritten

Einzelhandel und Gastronomie leiden massiv unter der Verlängerung des Lockdowns.
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Einzelhandel und Gastronomie leiden massiv unter der Verlängerung des Lockdowns.

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie (Politik-, Bayern- Regional- und Lokalteil):

Die Lockdown-Politik der Regierung steht auf tönernen Füßen: Über 30 000 an oder mit Corona Verstorbene werden mittlerweile gemeldet: Warum beschränkt man sich nicht auf die „an“ Corona Verstorbenen? Welchen Sinn ergibt es, ein positiv getestetes Verkehrsunfallopfer zu den Corona-Toten zu zählen? Der Gerichtsmediziner Dr. D. Benz spricht von mindestens zwei Dritteln aller Covid-Toten, bei denen aufgrund von Vorerkrankungen Covid als Todesursache wegzudenken sei. Demnach würden aus den 30 000 Corona-Toten auf einen Schlag nur noch 10 000. Herr Wieler vom Robert-Koch-Institut hat nach den beiden ersten gemeldeten Impftoten eine eingehende Aufklärung der Todesursachen gefordert, Gleiches sollte er auch bei allen Corona-Toten tun. Das Coronavirus ist unter uns, zweifellos, wir müssen mit ihm leben, nicht nur in den nächsten Monaten, sondern noch jahrelang. Dies können alle Lockdown-Maßnahmen der Welt nicht verhindern. Ich fordere ein Umdenken in der Lockdown-Politik und appelliere an unsere Politiker, dabei lehne ich mich an die Worte von Dieter Hallervorden an, die er an den sogenannten Gesundheitsexperten der SPD, Karl Lauterbach, gerichtet hat: „Kommen Sie Ihrer Aufgabe als gewählter Volksvertreter nach, verbreiten Sie Mut und Optimismus anstatt Angst und Panik.“

Petra Obermüller

Bad Feilnbach

Die Sicherheitsmaßnahmen im Bezug auf die Corona-Epidemie sollen verlängert werden. Das heißt, Schulen und Geschäfte, die keine lebenswichtigen Artikel verkaufen, müssen geschlossen bleiben. Im Allgemeinen wird von der Regierung verlangt, dass sie im Interesse der Volksgesundheit auch Maßnahmen ergreifen muss, wenn sie auch den Bürgern nicht angenehm sind. Zum Corona-Fall möchte ich geschichtlich auf einige Volkskrankheiten zurückgreifen. Die Pest hat vor ein paar Hundert Jahren stark in unserem Land gewütet, Impfungen und Medikamente gab es damals noch nicht. Aber man hat das Übel erkannt und die freilaufenden Fäkalien, in denen sich das Ungeziefer tummelte, eingedämmt.

Mitte der 40er- und 50er- Jahre hat die Lungentuberkulose stark über Hand genommen. Von staatlicher Seite wurden zur Bekämpfung damals fahrbare Durchleuchtungs-Stationen eingesetzt. Positiv getestete Personen wurden gleich in eine Heilanstalt eingewiesen. Bei der Suche nach den Ursachen hat man herausgefunden, dass in der Landwirtschaft die Milchkühe von TBC befallen waren. Daher wurde von staatlicher Seite dafür gesorgt, dass dieser Viehbestand schrittweise ausgetauscht wurde. Alle waren froh, dass der Staat hier massiv eingegriffen hat. Damals gab es keine Demos, geschweige denn Querdenker wie heute, denn die Bürger waren bedacht, keinen Anlass zur Ansteckung zu geben. Jetzt hat der Staat durch harte Maßnahmen dafür gesorgt, das die Verbreitung von Corona eingedämmt wird, was bei vielen Bürgern auf Unverständnis gestoßen ist. Erfreulicherweise wurde im Schnelltempo ein Impfstoff entwickelt, welcher schon im Einsatz ist. Man kann nur hoffen, dass es keine negativen Nebenwirkungen gibt.

Josef Fenninger sen.

Weibhausen

Es ist erschreckend wie unsere Politiker in dieser Corona-Krise versagen und mit welcher Gleichgültigkeit sie darüber hinweggehen. Täglich quetschen sich zweimal am Tag mehrere Hunderttausend Berufspendler in überfüllte Züge, Schüler in überfüllte Schulbusse und sind dabei ständig einer Gefahr der Ansteckung ausgesetzt. Die Gastronomie, die sich bestens auf Hygiene und Abstand eingestellt hat, musste schließen. Berufspendler und Schüler sollen dann am Wochenende alle auf eine Wanderung in der Natur verzichten. Die Corona-Warnapp ist ein totaler Flopp, das Bildungsministerium schafft es nicht, Digitalunterricht oder Distanzunterricht zu organisieren, weil weder genug WLAN-Anschlüsse zur Verfügung stehen, noch das Mebis-Programm läuft. Lieber sitzt man zu Hause auf dem Sofa, bis die Krise vorbei ist, während Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern Überstunden bis zur völligen Erschöpfung machen. Jetzt wurden Impfzentren eingerichtet, aber genügend Impfstoff wurde nicht bestellt. Man diskutiert über Impfverweigerer und kann nicht mal die Impfwilligen impfen. Allein durch die Verzögerung werden noch unnötig zig Tausende sterben. Das alles juckt unsere Politiker nicht, Sie stehen neben der Realität und merken es nicht mal, wenn sie sich maßlos blamieren. Wann merkt man in unserer Regierung, dass wir in leitenden Positionen hochqualifizierte Leute einsetzen müssen. Da wird über eine Frauenquote diskutiert und niemanden interessiert die Eignung. Da soll ein Volk noch Vertrauen in seine Regierung haben und sie ernst nehmen? Niemals!

Werner Schönauer

Rosenheim

Seit fast einem Jahr an jedem Wochenende und an allen Feiertagen die gleichen Nachrichten: Die Corona-Zahlen stimmen nicht, weil die Gesundheitsämter nicht alle Fälle melden. Die Zahlen stimmen natürlich auch unter der Woche nicht, weil da ja nachgemeldete Fälle enthalten sind. Und überhaupt, werden wirklich alle Fälle korrekt nachgemeldet? Man weiß es nicht! Ist aber nicht so schlimm, die Zahlen dienen ja nur als Grundlage für die Entscheidungen der Politiker. Von komplett geschlossenen Kitas und Schulen bis zu komplett geöffneten gibt es nun jede mögliche Variante. Nur die Variante, dass Kitas für die Kleinen geöffnet sind, die Betreuerinnen aber zu Hause bleiben müssen, gibt es noch nicht!

Mit dem Impfen klappt es auch ganz wunderbar. Da wird genau diejenige Person mit der Beschaffung des Impfstoffes betraut, die schon bei der Beschaffung für die Bundeswehr grandiose Höchstleistungen vollbracht hat. Auch das Melden der durchgeführten Impfungen läuft nach bekanntem Muster: Herr Ramelow hat mitgeteilt, dass in Thüringen zwar geimpft, aber nicht gemeldet wird. Man wisse gar nicht, wie das mit dem Melden überhaupt gehe. Wie konnte es beim Corona-Management soweit kommen? Bei der Corona-Krise geht es für große Teile der Bevölkerung um nichts weniger als um Leben oder Tod! Da könnte man eigentlich erwarten, dass diese Krise von einem Experten-Team aus Wissenschaftlern, Logistikern und anderen Fachleuten(!) gemanagt wird. Stattdessen arbeitet die übliche Amateurtruppe nach altbewährtem Rezept: lange Diskussionen für faule Kompromisse. Ergebnis: Tausende von Toten jede Woche, Kliniken unmittelbar vor dem totalen Kollaps, aber schnelle Rettung von Großkonzernen wie Lufthansa oder TUI mit Wumms!

Dieter Eberle

Rosenheim

Liebe Politiker, wie wäre es, wenn wir endlich einen Mega-Lockdown machen würden? Und zwar für 14 Tage. Alle Geschäfte zu, alle Betriebsstätten zu, alle Bürger bleiben bei Strafe zu Hause. Nach dieser Zeit haben wir es geschafft! Entweder die Zahlen sinken auf Null, und wir sind durch mit der Pandemie, oder die Zahlen sinken nicht und wir sehen, die Maßnahmen bringen nichts und wir müssen mit dem Virus leben. Damit wäre dieses unsägliche politische Hin und Her endlich vorbei.

Sabine Zirngast

Kolbermoor

Thüringens Ministerpräsident Ramelow fordert einen Komplett-Lockdown. Er muss die Auswirkungen der Wirtschaft nicht aushalten, wenn’s zuviel wird, nimmt ein Politiker seinen Hut, die Pensionsansprüche bleiben. Die Forderung muss lauten: Die Politik soll endlich aufhören, mit Verboten und Regularien ihre eigenen Versäumnisse zu kaschieren. Jeder Artikel über den Lockdown richtet das Augenmerk weg vom Impfdesaster und vom Desaster der Impfstoffbeschaffung. Wir könnten locker Hunderttausend Bürger pro Tag impfen, wenn die Politik ihren Job erledigt hätte. Und genau das ist das Hauptübel. Jetzt geht’s wieder in Richtung Verbote, Verbote, Verbote. „Umsicht und Rücksicht sind das Gebot der Zeit“, eine Standardphrase von unserem lieben Herrn Dr. Söder! Einfach, hilflos, einfallslos und nichts bewirkend.

Josef Schlosser

Rosenheim

Glaubt man der Schlagzeile der OVB-Heimatzeitungen gibt es laut Bericht der Ludwig-Maximilians-Universität eine Übersterblichkeit. Aber als erstes kommt das Glaubensbekenntnis für alle Kritiker der Regierungsmaßnahmen: Ich glaube an die Existenz des Virus und ich bestreite auch nicht die teils schweren Verläufe. Tatsächlich steht in der Zusammenfassung des Berichtes wörtlich „Todesfälle durch Covid-19: Adjustiert auf die Einwohnerzahl zeigt sich keine ausgeprägte Übersterblichkeit.“ Eine problematische Entwicklung zeigt sich bei den Fallzahlen bei Hochbetagten: Die bisherigen Corona-Maßnahmen verfehlen den notwendigen Schutz der Ältesten. Aktuelle Analysen zum Verlauf der Pandemie zeigen: Kein deutlicher Rückgang nach dem Lockdown. Seit der dritten Oktoberwoche gibt es insgesamt einen stabilen Verlauf. Natürlich kann man, wenn man unbedingt will, eine Woche des Jahres heraussuchen, in der es eine Übersterblichkeit gab. Als Beispiel sei die 33. Kalenderwoche 2020 genannt, in der es wegen der Hitzewelle überdurchschnittlich viele Tote gab. Auch in den letzten Jahren gab es wöchentliche Übersterblichkeiten. Aber letztlich zählt nur, ob es im Jahresdurchschnitt zu einer deutlichen Erhöhung der Todesfälle kommt.

Klaus Zirngast

Kolbermoor

Dem Bürger Schritt für Schritt Grundrechte wegnehmen, Betriebe zerstören, Existenzen vernichten, Vorschriften machen – eine Maßnahme jagt die nächste, Zusperren und Einsperren bis zum geht nicht mehr. Aber nein, es zeigt sich ja Hoffnung am Horizont, die medial zelebrierte Impfung fürs Volk und vielleicht bald mit staatlichem Zwang erstmal fürs Pflegepersonal. Keiner kann bisher glaubhaft sagen, ob diese Wundermittel wirklich und langfristig schützen.

Günter Serschen

Polling

Seit über sechs Monaten haben unsere Politiker dem „Schutz der Heime“ höchste Priorität eingeräumt. Aktuell stammen aber weiterhin über 50 Prozent (teilweise deutlich mehr) aller Corona-Toten aus Heimen. Und dies liegt definitiv nicht an den sich über alle Maße aufopfernde Pflegekräften, sondern an einer jahrzehntelangen chronischen Unterfinanzierung des Pflegebereichs. Da ist es jetzt natürlich total logisch, dass man, um die Anzahl der Toten zu verringern, die 15-Kilometer-Begrenzung einführt. Eine Maßnahme, die schon seit einem Monat in Sachsen so „erfolgreich“ praktiziert wird, dass Sachsen aktuell immer noch die höchsten Inzidenz-Werte aller Bundesländer aufweist. In Sachsen leben rund 200 Einwohner auf einem Quadratkilometer, in München 4800. Der „Logik“ der Bundesregierung folgend, müsste doch München eine vielfach höhere Inzidenz haben als Sachsen, oder? Das Robert-Koch-Institut erklärt uns seit Wochen, dass die Zahlen aufgrund der Feiertage durch Nachmeldungen, verzerrt werden. Normal wäre doch, dass man die Toten dem Sterbedatum nach „einsortiert“, also die Daten der Vortage gegebenenfalls korrigiert, und nicht einfach mit dem Eingangsdatum der Meldung erfasst. Selbst wann man für die Meldung eines Toten Postkutschen einsetzen würde, wären die Statistiken richtiger als die, die wir jeden Tag im Fernsehen sehen. Denn nur aus einer richtigen Statistik kann man richtige Erkenntnisse gewinnen und daraus richtige Maßnahmen ableiten. So einfach ist das (eigentlich).

Anton Grimmeisen

Bernau

Der Ministerpräsident des Freistaats Bayern verargumentiert seine einsame bayerische FFP2-Maskenentscheidung damit, dass man dadurch nicht andere besser schützen würde, sondern dass diese Masken in erster Linie einen selbst besser schützten. Eine andere Argumentation wäre ja auch Verrat an der Maskenpflicht der letzten Monate gewesen bzw. ein Eingeständnis, dass die Masken in der bisherigen Form wirkungslos sind. Also darf ich mich jetzt mit der FFP2-Maske selbst besser schützen. Bei allem Respekt: Ich schütze mich seit 58 Jahren gegen die Gefahren dieses Lebens. Ich entscheide selbst über mich. Dafür habe ich bisher nicht die Anweisungen des obersten Lebensweisheitendienstherrn dieses Landes gebraucht, noch werde ich diese in Zukunft brauchen. Es ist vielmehr ein weiterer Schritt dieses selbstherrlichen und vom Spaß an der Macht getriebenen Landesvaters, die Freiheit des Einzelnen als solches zu karikieren und am bayerischen Nasenring durchs nicht mehr vorhandene Festzelt zu zerren! Diesen Mann als Kanzler?

Jörg Beller

Bernau

Ich bin verwundert! Seit Wochen Lockdown ohne signifikanter Wirkung. Der leichte Lockdown hat eine gewisse Wirkung, aber nicht nachhaltig und bei weitem nicht ausreichend. Der verschärfte Lockdown hat kaum Wirkung. Meine Erklärung als Techniker: Der Lockdown trifft nicht die Stellen mit Infektionsgeschehen. Meine These dazu: Der Lockdown drängt die Menschen aus dem kontrollierbaren öffentlichen Raum in den unkontrollierbaren privaten Raum. Die geringe Wirkung gegenüber dem Lockdown im Frühjahr 2020 ist durch den inzwischen sicher gewordenen öffentlichen Raum zu erklären. Weitere verschärfte Kontaktbeschränkungen – außer eventuell eine totale Ausgangssperre – werden kaum Wirkung haben. Ich würde empfehlen, den Lockdown rückgängig zu machen, da kaum Wirkung, aber enormer Schaden! Also den öffentlichen und kon trollierbaren Raum öffnen. Zweitens sollte man dazu auffordern, für private Kontakte, in der Regel den öffentlichen Raum zu nutzen. Und es braucht das Eingeständnis, dass viel mit „Try and Error“ gearbeitet wird. Was aber bei „Error“ bedeutet, dass Maßnahmen eben nicht greifen und zum Teil plötzlich auch ganz anders gehandelt wird. Ich erwarte nicht, dass unsere Politiker das Land ohne Fehler und problemlos durch diese Krise bringen. Was ich aber erwarte, ist die Bereitschaft und Fähigkeit, das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen und wenn Entscheidungen nicht die beabsichtigte Wirkung haben, zu ändern, Irrwege einzugestehen und rückgängig zu machen! Diese Selbstkritik und ehrliches Hinterfragen fehlt mir. Und das trägt nicht dazu bei, mein Vertrauen in die Politik zu stärken.

Jürgen Walter

Bruckmühl

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