Linderungen durchsetzen

Zum Artikel „Lärm: Wenig Hoffnung an der A94“ (Lokalteil):

Eine Riege von CSU-Politikerinnen und CSU-Politikern ist aufgewacht und erklärt: „Wir haben von nichts gewusst!“ Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so eine Heuchelei wäre, auf Kosten all der A94-Geschädigten. 35 Jahre lang haben die „Aktionsgemeinschaft gegen die Isentalautobahn“ und der „Bund Naturschutz“ mit aller Kraft gegen dieses Irrsinns-Projekt gekämpft. Frühere Bürgermeister wie Hermann Simmerl, Josef Sterr oder Siegfried Rübensaal und auch die CSU-Landräte Zehetmaier und Bauer waren stets gut informiert und kämpften deshalb, mit uns zusammen, gegen das Projekt. Seit 1977 haben wir in unzähligen Anhörungsverfahren und Gerichtsverhandlungen aufgezeigt, wie falsch eine Entscheidung für die Trasse Dorfen wäre. Von der Verkehrsbelastung bis zu den Landwirten, vom Naturschutz bis zu den Bau- und Unterhaltskosten – überall war die Trasse Dorfen (Isental) die eindeutig schlechtere Lösung. In Veranstaltungen haben wir jahrzehntelang aus den amtlichen Unterlagen vorgelesen. Wer auch nur einmal für eine halbe Stunde dabei gewesen ist, hat es gewusst und kämpfte deshalb mit uns gegen diese Isentalautobahn. Wer jedoch blind und taub sein wollte, der blieb auf der anderen Seite. Dort, wo die Bayerische Staatsregierung mit gigantischer Sturheit an der Isentalautobahn festgehalten hat, die nun unsere Heimat zerstört. Und das werden wir nicht vergessen. Dennoch, die Autobahn ist jetzt Realität. Zusammen mit unseren früheren Gutachtern und Anwälten tun wir alles, wenigstens Linderungen – vom Lärmschutz bis zu einem Tempolimit – durchzusetzen. Dazu kommt die dringend nötige Überprüfung des Asphalts und der Brückenanbindungen gemäß der Auflagen im Planfeststellungsbeschluss.

Heiner Müller-Ermann

Dorfen

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