Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Lieber vernünftige Denker als Querdenker

Umstrittener Auftritt in Rosenheim: Dr. Bodo Schiffmann, bekanntes Gesicht der „Querdenker“-Szene.
+
Umstrittener Auftritt in Rosenheim: Dr. Bodo Schiffmann, bekanntes Gesicht der „Querdenker“-Szene.

Zur Berichterstattung über die Corona-Demonstration in Rosenheim (Regionalteil):

Wir brauchen keine Querdenker, die alle verrückt machen. Wir brauchen Leute, die vernünftig denken und auch daran denken, dass die Urlauber wieder zu uns kommen können; dass die Übernachtungen wieder steigen; dass die Berge und Seen betreten werden dürfen; dass die kleinen Geschäfte nicht weiter untergehen und dass der Handel belebt bleibt. Wenn alle mitmachen, können an Weihnachten die Kinder die Omas und Opas besuchen.

Die Österreicher denken schon lange so, dort gibt es keine Demos. Weil sie ihr Land aufrechterhalten wollen. Bundeskanzler Kurz macht das schon richtig, denn die Österreicher leben ja auch von uns Bayern: Einkaufen, Ski-Urlaub, Wandern. Oder hat vielleicht jemand am 26. Oktober Österreicher mit Autos oder zu Fuß gesehen? Ich nicht, die wollten sich keine zweite Corona-Welle einfangen, weil wir in der roten Zone waren.

Reimund Eberlein

Rosenheim

Unser Spaziergang „Mangfallrunde“ ist geschafft, ausruhen auf der Brücke und die Sonne wärmt das Fell. Leute bleiben am Damm und auf der Brücke stehen. Es werden immer mehr und unsere Neugierde steigt, als sich etwas tut. Ganz langsam rollt ein toller, großer, neuer Bus an. Schweizer Kennzeichen. „Wer hat den bezahlt?“, denke ich mir. Es folgt: Beschallung eines Organisators. Wie strategisch abgesprochen entsteht Verwirrung. Das Ziel wird ins Gegenteil gedreht und plötzlich ist es ein Spaziergang, Verwirrung gehört zur Strategie. „Friede, Freiheit gegen Diktatur“ wird brüllend skandiert und alle stimmen ein.

Schnell zum Auto, zack zack rein, und plötzlich sind wir umringt von „Spaziergängern“. Schnell die Scheiben zu. Direkt neben der Tür erkenne ich ein verbissenes Gesicht mit hasserfüllten Augen eines zu kurz gekommenen Vorschreiers: „Friede, Freiheit gegen Diktatur“. Ich dachte so bei mir: „Wohin sollen wir fliehen, wenn es noch schlimmer wird?“ Damals konnte ich mit meiner Mutter im kalten Januar fliehen, um nicht in Sibirien zu landen. Doch wohin? Ich höre laute Stimmen: „Die sollten nur zwei Tage in die Intensivstation.“ Friede, Freiheit: Wer will sie nicht? Am liebsten würde ich den Aufwieglern im tollen Schweizer Bus sagen: Wieso fahrt ihr nicht an jedem Wochenende nach Minsk/Weißrussland und schreit dort „Friede, Freiheit gegen Diktatur“? Doch dieser Bus fährt weiter zu durcheinanderbringenden, vom Trommelschlag begleiteten Gewaltspaziergängen.

Leider schlägt dieses eigentlich positive Potenzial leicht in Gewalt um. Gewalt ist eine Situation, in der sich der andere nicht mehr wehren kann. Und das hat etwas mit unmoralischem Durcheinanderbringen zu tun. Also wenn der tolle Bus gen Minsk fährt, fahre ich gerne mit.

Christian Nicke

Rosenheim

Ich wollte was hören vom Bodo, aber das ging leider nicht. Denn es war ausgemachte Sache, dass eine Demo ohne Schutzmasken aufgelöst wird. Es geht auch nicht, dass die Reporterin vom Rosenheimer Fernsehen beschimpft und dem Kameramann die Kamera weggeschlagen wird. Kinder mit Schildern werden als Demonstranten „missbraucht“. Und das wäre genau ein Punkt, über den man sich in Zeiten einer Pandemie vernünftig und mit Ruhe unterhalten müsste. Ich komme mir verarscht vor, wenn ich etwas von der Verschwörung erfahren möchte, und die Demonstranten gehen einfach auf ein Zeichen von Bodo los. Ohne eine Maske zu tragen, ohne Abstand zu halten, obwohl das weder vom Ordnungsamt noch von der Polizei erlaubt war.

Mein Wunsch wäre: „Lieber Bodo, komm‘ bitte nicht mehr nach Rosenheim und mach‘ diese angenehmen und friedlichen Personen verrückt.“ Sie können ihm ja auf Internetseiten folgen, wenn er seinen Doktor-Titel vorlegt, was er aber nicht tun wird.

Walter Wieczorek

Rosenheim

Kommentare