Liebe im hohen Alter keine Illustriertengeschichte

Zur Kolumne „Siebzig verweht…“. von Dirk Ippen (Seite4):

Sehr geehrter Herr Ippen, erstaunt hat mich, dass Sie unsere Generation mit „unsere Alten“ titulieren, gehören Sie doch ebenfalls dieser Generation an! Da hätte ich mir gut vorstellen können, dass Sie sich mit uns identifizieren und „wir Alten“ geschrieben hätten.

Und Sie können den seriösen Illustrierten glauben, die Tatsachen berichten. Zunächst ein persönliches Beispiel: Mein Lebensgefährte und ich haben uns tatsächlich, nachdem unsere Ehegatten verstorben waren, kennengelernt und ineinander verliebt! Wir nehmen das als kleines Wunder wahr, genießen es sehr, dass dieses auch mit 64 beziehungsweise 72 Jahren möglich ist: „Wenn du kannst, erobere ein Herz!“ Und ja, wir beide wissen, dass wir da nicht die Einzigen sind!

Viel mehr erstaunte mich aber, dass für Sie die Tatsache, dass es Liebe und Sexualität im Alter gibt, die auch in den betreuten Wohn- und Pflegebereichen stattfindet, Illustriertenwissen zu sein scheint.

Man muss nicht Pflegende kennen, die einem dazu einige schöne, aber auch problembeladene Geschichten erzählen können. Es gibt zum Thema auch genug Lektüre von Fachleuten. Als Beispiel sei genannt die Zeitschrift des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) von 2/20 (S. 40). Dort finden Sie natürlich auch das gesellschaftliche Tabuisieren dieser Thematik, was viele Pflegende und andere Fachpersonen des Gesundheitswesens sehr bedauern.

Ich möchte Ihnen danken für die interessanten Themen, die Sie in Ihrer Kolumne aufgreifen. Sie läuten häufig unsere Wochenenden ein und geben uns beiden spannenden Gesprächsstoff. Und nicht zuletzt möchte ich Ihnen zu Ihrem 80. Geburtstag alles Gute wünschen! Altern Sie bitte weiterhin so frisch, wie Ihre Kolumne wirkt!

Carola Habermann

Schechen

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