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OVB-Leserforum

Klimawandel und die UN-Klimakonferenz: Können wir auf Kernkraft verzichten?

Rund 200 Nationen haben bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow darum gerungen, wie man die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen kann. Umweltschützer kritisieren die Beschlüsse als nicht weitreichend genug.
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Rund 200 Nationen haben bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow darum gerungen, wie man die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen kann. Umweltschützer kritisieren die Beschlüsse als nicht weitreichend genug.

Zur Berichterstattung über den Klimawandel und die UN-Klimakonferenz in Glasgow haben uns zahlreiche Leserbriefe erreicht. Viele beschäftigen sich mit der Frage, wie die Energiewende gelingen kann.

Leserbrief von Walter Wieland, Prien

China ist für 25 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich, die USA fallend für 16 Prozent, Indien steil ansteigend für 6,5 Prozent und Deutschland für 2,4 Prozent. China hat und wird viele neue Kohlekraftwerke bauen. Auch Kohleminen werden aktiviert, um ihren steigenden Energiebedarf schnell, billig, leicht steuerbar und zuverlässig zu decken.

Mit Chinas Unterstützung folgen Indien und andere dem gleichen Weg. Kein Wunder, dass China und Indien die Kohleeinschränkungen bei der UN-Klimakonferenz ablehnen. Warum sind die Chinesen so uneinsichtig und wollen die CO2-behafteten Energieformen? Könnte es sein, dass sie die Energie dringend benötigen, um all das zu produzieren, was wir alle in Unmengen von ihnen kaufen? Von Plastikfiguren der heiligen Maria für 75 Cent bis hin zu komplexer Elektronik? Billig muss es sein. Sehr billig. Fast immer wieder findet man deshalb „Made in China“ und verlagert damit Produktionsdruck, Energieerweiterung und den CO2-Fußabdruck nach China.

Vielleicht hält man sich deshalb mit der Kritik zurück und Greta scheut die Bahnfahrt nach Peking. Also wird es so weitergehen: China und Co. werden den CO2-Ausstoß steigern und wir helfen dabei mit dem Einkauf billiger Ware und Fertigungsaufträgen. Aber in weiter Ferne mit der natürlichen Unterstützung der abfallenden Temperaturen in der Zwischeneiszeit (Milanvic Zyklen) und weniger CO2-Ausstoß wird es in rund 90 000 Jahren wieder eiskalt, so dass sich alle ihren Hintern abfrieren, um dann etwas mehr erwärmendes CO2willkommen zu heißen.

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Leserbrief von Klaus Bleyl, Bad Feilnbach

Man musste schon sehr sachfremd oder naiv sein, um auf den großen Wurf in Glasgow zu hoffen. Aber alles nur blah blah blah (Greta), nein, das ist es nun auch nicht. Da wurde wirklich um einen Spagat zwischen notwendig und machbar gerungen. Der Ernst der Lage wird dazu führen, dass zumindest das Machbare umgesetzt wird. Das macht den Unterschied zu den Beschlüssen früherer Konferenzen seit der Entdeckung des Ozonlochs, dank Greta.

Man könnte fast glauben, die Politik hat nur auf dieses Mädchen gewartet, um verdiente Ohrfeigen für ihr Versagen entgegenzunehmen. Wir dürfen den nachfolgenden Generationen keine klimatische Müllhalde in, auf und über der Erde hinterlassen. Die Ursache ist der Mensch selber. Die ungebremste Vermehrung des Menschen Schritt für Schritt zu stoppen, ist das richtige Instrument. Allerdings wird das weitere 100 Jahre dauern. Weniger Menschen benötigen und verbrauchen in Summe weniger Rohstoffe, Wasser, Nahrung und Energie. Zum Wohle des Klimas ist es vollkommen richtig, den weltweiten Energiemix neu aufzustellen, weil so Erfolge früher zu erwarten sind. Das ist ein nicht zu unterschätzendes Ergebnis von Glasgow.

Unsere Umweltministerin Schulze behauptet, Deutschland als Industrieland kann seinen Strombedarf sicher aus Sonne und Wind decken. In diesem Zusammenhang ist es gut, dass jetzt, wo es ernst wird, fachlich kompetente Stimmen das Meer oberflächlicher Euphorie durchdringen, um so dem Wunschdenken einiger entgegenzuwirken. Klimaschutz ist eben kein Wunschkonzert. Deutschland muss seinen Energiemix im Rahmen eines realistischen Zeitfensters auf die richtigen Säulen stellen. Dazu gehört auch die Rolle rückwärts zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Eine bittere Pille fürwahr.

Auch die Endlagerung des Atommülls ist Teil dieser bitteren Pille. Leider und alternativlos. Es bleibt abzuwarten, ob die kommende Ampelkoalition den Weg der Vernunft geht und den Pfad der bekannten Flickschusterei verlässt.

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Leserbrief von Johann Huber, Amerang

Am Rande des Weltklimagipfels in Glasgow sagte die deutsche Umweltministerin, Svenja Schulze, Deutschland könne der Welt zeigen, wie ein Industrieland mit Strom aus Wind und Sonne sicher versorgt werden kann. Diese Aussage ist schlicht und einfach falsch. Bei einem Ausstieg aus Atom und Kohle gibt es nur drei Möglichkeiten, die Stromversorgung in Deutschland sicherzustellen:

1. Die abgeschalteten Kohlekraftwerke werden großteils durch Gaskraftwerke ersetzt.

2. Wir importieren in großem Stil Strom aus dem Ausland, beispielsweise Atomstrom aus Frankreich.

3. Es kommt zu großflächigen Stromabschaltungen, um einen Netzzusammenbruch zu verhindern.

Am wahrscheinlichsten ist eine Kombination aus diesen drei Optionen. Wer diese Angaben bezweifelt, sollte unter www.agora-energiewende.de die Stromerzeugung und den Verbrauch jetzt in der kalten Jahreszeit anschauen. Stromspeicher, um diese Lücken zu füllen, wird es weder 2030 noch 2038 geben.

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Leserbrief von Simon Kirschner, Bad Endorf

Müsste man den Ländern nicht dankbar sein, die bei zunehmenden CO2-Emissionen auf Kernkraft setzen? Da sie weitgehend CO2-frei ist, könnte sie doch wesentlich zur CO2-Reduzierung beitragen. Wenn bei uns 2022 auch noch die letzten Kernkraftwerke stillgelegt werden, drohen Stromausfälle und Deutschland wird auf weniger sicheren atomaren Strom aus Tschechien und Frankreich angewiesen sein.

Wer kommt dann für horrende Schäden auf, die durch Blackouts entstehen? Bedenklich, wenn deutsche Ingenieure als Vorreiter einer technologischen Weiterentwicklung in Sachen atomarer Sicherheit und Entsorgung bei uns verpönt sind und auf Kanada ausweichen. Welche Kosten und Widerstände werden erst entstehen, wenn für Windstrom dicke Stromkabel über viele hunderte von Kilometern von Nord nach Süden gebaut werden müssen, weil hier geeignete Flächen fehlen?

Wird dann nicht das Erwachen böse sein, wenn der Wind nicht so weht, wie man will, und die Sonne gerade nicht so viel scheint, wenn der Strombedarf besonders notwendig ist. Was ist daran biologisch oder grün, wenn Mais und Wiesengräser nicht wie früher primär in die Futtertröge, sondern zur Stromerzeugung in Biosgasanlagen kommen? Wird das Klima nicht auch noch zusätzlich belastet, wenn dafür Soja als Viehfutter weither von Farmen Amerikas und Brasiliens in unsere Regionen tranportiert wird? Es wäre höchste Zeit, dass sich auch die etablierten Parteien von Merkels überhastetem Kernenergieausstieg verabschieden und ihn zumindest überdenken und dabei auch eigene Fehler eingestehen.

Was ist das für eine Logik, wenn man atomare Kraftwerke rundherum verteufelt, aber ohne großen Widerstand bei der atomaren Bewaffnung dabei sein will? Wenn durch Stilllegungen atomarer Kraftwerke eine mehrfache Windkraft nötig sein wird, bleibt das neben erheblichen Widerständen eine windige Angelegenheit.

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Leserbrief von Karsten Bonk, Rosenheim

Die ersten Touristen sind bereits wieder in die USA gereist (geflogen) und „glücklich“. Frau von der Leyen hat sich sogleich angeschlossen und den Flieger für das 30-Minuten-Gespräch mit Herrn Biden genommen. Virgin Galactic hat schon etliche Flugtickets für touristische Kurztrips in den Weltraum verkauft. Und, und, und... Ich freue mich, dass die Welt klimatisch endlich wieder in Ordnung ist und wir uns hinsichtlich Klimaschutz keine Gedanken mehr machen müssen. Also: Ab in die USA. (Den Rest erledigen wir ja flugs über den unsäglichen CO2-Preis.)

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Leserbrief von Robert Wimmer, Vogtareuth

Vielen Dank an Hannelore Wildmesser für ihren zutreffenden Leserbrief. Wie sie empfinde ich es als Unverschämtheit, was Greta Thunberg von sich gibt. Was maßt sie sich eigentlich an, uns als Dreckschleuder Europas zu bezeichnen? Anstatt sie mit einem Orden zu behängen, sollte man sie zur persona non grata erklären. Sie sollte mal in die Vergangenheit schauen. Dann könnte sie feststellen, was unsere Vorfahren geleistet haben im Gegensatz zu ihr. Außer ihrem ideologischen Geschwätz hat die junge Dame nämlich noch nichts geleistet.

In den 60er-Jahren stanken unsere Städte nach Fahrzeug- und Industrieabgasen. Näherte man sich einem Fluss, kam einem schon von Weitem ein unangenehmer Geruch entgegen. In diese Welt wurde ich hineingeboren und durfte miterleben, wie es Stück für Stück immer besser, sprich sauberer, wurde. Und heute? Wir haben bleifreies Benzin, Autos mit extrem niedrigen Abgaswerten, im Rhein schwimmen wieder Lachse und der CO2-Ausstoß wurde in den letzten 30 Jahren um über 40 Prozent verringert, Ziel übertroffen.

Danke an die Generation Großeltern und Eltern, dass ihr das geschafft habt und wir in diesem wunderschönen Land leben dürfen, das ihr geformt habt. Es wird höchste Zeit, dass wir Greta und ihren Apokalyptikern Einhalt gebieten. Wir Deutsche sind nicht an allem schuld, was auf dieser Welt schiefgeht. Und von einer 18-jährigen Besserwisserin lasse ich mir die Welt nicht erklären. Anstatt die Vorgängergenerationen zu beschimpfen, sollte sie sich vor deren Klugheit und Schaffenskraft verneigen.

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