Kritische Sicherheit auf Bahnstrecken mit alter Technik

Zum Bericht „Ministerium verschweigt gefährliche Problem-Bahnstrecke in Bayern“

(Politikteil):

Nicht nur die Rottalbahn ist schlecht ausgerüstet, sondern viel schlimmer ist es um die Linie Mühldorf-Markt-Schwaben bestellt. Dort ist es nur die Sorgfalt des Fahrdienstleiters in den Bahnhöfen Weidenbach, Schwindegg, Than-Matbach und Walperskirchen, die schwerste Unfälle verhindert: die Aufmerksamkeit der Fahrwegprüfung nach Augenschein und das manuelle Anlegen einer Gleisbelegtsperre. Es gibt keine technische Zwangsläufigkeit, die es verhindert, dass ein „Durchrauscher-Doppelstock-Zug“ mit 120 km/h auf einen Chemiezug prallt, der in Schwindegg oder Weidenbach auf Weiterfahrt wartet. So einen Unfall, Güterzug mit Holz beladen und nur einem langsamen Triebzug, gab es 2018 in Aichach mit zwei Toten und 13 Verletzten. Im Isental ist ein extrem höheres Schadenspotenzial. Die Stellwerkstechnik stammt etwa von 1905. Damals fuhr kein Zug über 60 km/h und schwere Chemiekesselzüge waren auch nicht auf der Strecke. An manchen Kesselwagen steht der Gefahrenhinweis toxisch, explosiv, ätzend und brennbar...

Wolfgang Schönfelder

Mühldorf

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