Kritik am Egoismus der Reisenden

Die Pannen bei der Coronatest-Benachrichtigung von Reiserückkehrern – im Bild das Testzentrum an der A8 an der Rastanlage Hochfelln-Nord – sorgen bei unseren Lesern für Diskussionen.
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Die Pannen bei der Coronatest-Benachrichtigung von Reiserückkehrern – im Bild das Testzentrum an der A8 an der Rastanlage Hochfelln-Nord – sorgen bei unseren Lesern für Diskussionen.

Zur Berichterstattung über das CoronavVirus allgemein und die Test-Pannen (Politik, Bayern, Lokales)

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Die unberechtigte, überzogene Kritik des Grünen-Meckerpapstes Hofreiter bezüglich der Testpannen für Reiserückkehrer dient dem Corona-Problem nicht. Seit Ausbruch der Pandemie waren die Grünen in der Versenkung verschwunden, anstatt die Regierung zum gesundheitlichen Wohle der Bevölkerung mit Rat und Tat zu unterstützen. Gewiss, es war nicht rekordverdächtig wie die Tests an der Autobahn gelaufen sind, aber nicht Herr Söder war der zuständige Minister, sondern Ministerin Huml, die ein schlechtes Bild abgab. Söder hätte sie in die Wüste schicken müssen – erst recht, nachdem herauskam, dass sie gelogen hatte.

Ehrenamtliche, die für Lau schuften und ohne zeitgemäßes digitales Equipment Tausende Heimkehrer testen lassen, ist schon eine Negativleistung der Frau Huml. Auch CDU-Frau Annegret Kramp-Karrenbauer, die als Folge dieser Panne Herrn Söder als Kanzlerkandidat infrage stellt, sollte den Mund halten. Ministerpräsident Söder hatte mit der Testreihe sicher viele Menschen vor Schaden bewahrt und das schon seit Frühjahr. Nachzutreten, wenn jemand zu Boden geht, zeugt von einem miesen Charakter. Allerdings sollten Bürger, welche trotz Corona-Reisewarnung ins Ausland fahren, die Kosten selbst zahlen müssen und hinterher nicht groß rummeckern. Der Egoismus dieser Menschen ist unverständlich. Und nun, aus dem Urlaub zurück, infizieren viele von ihnen jene Bürger, die vernünftig waren, daheim blieben und Vorsicht walten ließen.

Rainer Hellwig

Raubling

Ich habe kürzlich im Fernsehen einen Bericht über das Urlaubsverhalten der Deutschen im Corona-Sommer gesehen und mir wurde klar: In der Krise zeigt der Mensch sein wahres Gesicht! Oft wird in diesem Zusammenhang die Kurzfassung der (scheinbar) urbayerischen Lebensart „Leben und leben lassen!“ zitiert. Leider verstehen viele Menschen dieses Zitat nicht richtig, oder missbrauchen es bewusst. „Leben und leben lassen“ bedeutet nicht, dass der eine lebt wie er will und der andere muss alles über sich ergehen lassen. „Leben und leben lassen“ bedeutet, sein Leben innerhalb der, von der Gemeinschaft durch Gesetze, Regeln und Vorschriften aufgestellten Grenzen zu gestalten. „Leben und leben lassen“ könnte man gut mit folgender Weisheit erklären: „Meine Freiheit endet dort, wo deine Freiheit beginnt!“ Wer jetzt begreift, dass hier nicht nur meine Freiheit begrenzt sondern auch geschützt wird, der erkennt den Wert dieses Zitats: „Deine Freiheit endet dort, wo meine Freiheit beginnt!“ Oder wie wir in Bayern sagen: „Leben und leben lassen!“.

Hugo Huber

Söchtenau

Das Versagen bei den Corona-Tests unserer Urlaubsheimkehrer war keine Panne, sondern ein großes Versagen unserer Politiker. Die gute Idee, alle Heimkehrer gleich zu testen, verlief im Chaos, weil die Verantwortlichen nicht weitergedacht haben, wie in dieser Sache die Dinge weiterzuführen sind. Fehlt unseren Politikern die Denkfähigkeit oder sind sie zu faul um weiterzudenken? So ging es in vielen Fällen, wenn ein Ding nicht sorgfältig zu Ende durchdacht wurde. Bestes Beispiel 2015 („Wir schaffen das!“), aber damit hörte das Denken auf und wir hatten die Probleme. Und die Moral von der Geschicht‘: Ideen alleine helfen nicht, wer weiterdenkt tut seine Pflicht!

Frank Koppitz

Prien

Den Leserbriefen vom 14. August von Herrn Hundlberger (Covidioten) und Herrn Mann (Umgang mit Corona) kann ich nur beipflichten. Keiner wird gezwungen auf eine Demo zu gehen oder zu verreisen. Und wenn es ihm zu riskant erscheint, soll er einfach daheim bleiben. Nach der bayerischen Panne mit den Testergebnissen fragt man sich, was dieses ewige Vorpreschen von Söder in Sachen Corona soll? Er will sich als Manager darstellen, der um das Allgemeinwohl besorgt ist. Dabei geht es ihm nur um die Wahl zum Bundeskanzler, die er so weit von sich weist. Eine überforderte Gesundheitsministerin auch noch im Amt zu belassen kann ich nicht nachvollziehen, selbst wenn ihr jetzt Personen zur Seite gestellt wurden.

Michaela zu Pappenheim

Kolbermoor

Die Empörung über Menschen, die in Corona-Zeiten verreisen, macht mich wütend. Ich denke, es ist immer eine Frage der Eigenverantwortung, die man bereit ist, zu übernehmen. Das gilt in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Wie viele andere Deutsche auch, haben wir eine Eigentumswohnung im Ausland. Wir haben unser zweites Zuhause auf Mallorca. Normalerweise machen wir gern Ausflüge, flanieren in Palma durch die kleinen Gassen, gehen abends in Restaurants. Uns war allerdings von Anfang an bewusst, dass dies kein normaler Urlaub dieses Jahr wird. Wir haben gerne auf Dinge verzichtet, die einfach nicht sein müssen. Stattdessen haben wir „nur“ Sonne, Meer und das Glück genossen, eine wunderschöne Zeit mit der Familie verbringen zu dürfen. Die Ansteckungsgefahr war zu keiner Zeit größer als zu Hause.

Auch das Fliegen, das oft so kritisch dargestellt wird, bot mit verantwortungsvollem, umsichtigem und rücksichtsvollem Verhalten nicht mehr Gefahr, als wenn ich in Deutschland im Bus sitze. Menschen mit purem Egoismus, denen offenbar noch nicht bewusst ist, wie viel sie selbst dazu beitragen können, diese Pandemie in den Griff zu bekommen, wird es überall geben. Ohne die Testpflicht wären wir auch nie auf die Idee gekommen, uns bei der Rückkehr einem Corona-Test zu unterziehen, weil es dazu keine Veranlassung gab. Nun alle Reisenden, die dem Alltag entfliehen wollen, zu kritisieren, ist nicht fair. Ich bin ein Kind der DDR und weiß, wie kostbar Freiheit ist. Die kostenlose Testpflicht an den Grenzen empfinde ich allerdings als nicht sinnvoll; gleich nach der Einreise und ohne Symp tome. Das Ganze steht in keinem Verhältnis, außer dass die Bevölkerung noch mehr verunsichert wird.

Jana Dammers

Samerberg

Jetzt ist sie da, die zweite Welle! So wird es dem verunsicherten Volk eingetrichtert. Dass die Fallzahlen steigen ist Humbug. Das sagen nicht irgendwelche Verschwörungstheoretiker, diese Information kann jeder Bürger auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts nachlesen: Kalenderwoche 31: 570 000 Tests, ein Prozent davon positiv, 5700 sind „infiziert“. Kalenderwoche 32: 739 000 Tests. Ein Prozent davon ist positiv, 7 300 Menschen sind „infiziert“. Kalenderwoche 33: 870 000 Tests. Ein Prozent davon ist positiv, 8400 Menschen sind „infiziert“.

Bei nur etwa einem Prozent der Getesteten sind RNA-Bruchstücke des Virus nachweisbar. Mehr sagt der Test bei gesunden Menschen nicht aus. Dass Gesundheitsminister Jens Spahn und die Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt die angeblich „mangelnde Bereitschaft zur Vorsicht der Bevölkerung“ für die angeblich steigenden Zahlen verantwortlich machen, ist eine Unverschämtheit. Ausgebreitet hat sich nicht das Virus, ausgeweitet wurden lediglich die Tests. Und das, obwohl Jens Spahn bereits am 14. Juni in der ARD-Tagesschau davor gewarnt hat, bei sinkenden Infektionszahlen die Tests auszuweiten: Weil der PCR-Test nicht hundertprozentig zuverlässig sei, würde dann unweigerlich auch die Zahl der „falsch Positiven“ steigen, so der Gesundheitsminister. Zieht man in Erwägung, dass Jens Spahn mit dieser Äußerung richtig liegt, dann dürfte die tatsächliche Positiven-Rate bereits deutlich unter einem Prozent liegen!

In meinen Augen ist die größte Gefahr seit Monaten vorüber. Jeden Tag sterben hierzulande im Durchschnitt 2500 Menschen, das ist die tägliche Sterberate. Seit dem 1. Juni sind 742 Menschen an oder mit Corona gestorben. Diese Zahlen rechtfertigen keine Notstandsmaßnahmen. Die Politik muss diese umgehend aufheben!

Dr. Hartwig Zehentner

Kirchanschöring

Ich will als Gegenpol zu den negativen Schlagzeilen beim Thema „Corona-Tests für Reiserückkehrer“ eine Erfolgsmeldung geben. Unsere Familie reiste Freitagabend aus Kroatien zurück nach Rosenheim. Gleich am Samstagfrüh ließen wir uns an der Teststation am Heuberg-Parkplatz auf Covid-19 testen. 24 Stunden später – am Sonntag um 12.30 Uhr – hatten wir unser Testergebnis per E-Mail. Kostenfrei, mega unkompliziert und zackig schnell! Wir sind der Meinung: Das ist Spitze! Ein herzliches Dankeschön an die Verantwortlichen in der Regierung, die Test-Teams und die vielen freiwilligen Helfer vor Ort.

Sabine Wölflick

Rosenheim

In Deutschland gibt es aktuell im Schnitt 1200 Neuinfektionen pro Tag. Das wird von der Politik und sämtlichen Medien als Riesenproblem dargestellt. Diese absoluten Zahlen unterschlagen aber eklatant die Tatsache, dass diese Anzahl bezogen auf 82 000 000 Bürger nur 1,46 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner pro Tag bedeuten, weit entfernt von der Obergrenze von 50 000 bis 100 000 pro Tag, die bei der Lockerung des Lockdowns als Kriterium von der Regierung und dem RKI gesetzt wurde. Selbst wenn diese Grenze von einem Tag auf eine oder gar zwei Wochen verschärft wird, was seit einigen Wochen ohne jede Begründung zunehmend gemacht wird, hieße das: 10,24 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche beziehungsweise 20,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in 14 Tagen. Warum verlieren wohl die Bürger immer mehr das Vertrauen in die Politik und Medien? Warum werden wir von den Verantwortlichen und den sie unkritisch nachplappernden Medien nur mit Halbwahrheiten fehlinformiert? Wa rum diese unbegründete Panik- und Angstmache? Medizinisch gesehen schwächt Angst das Immunsystem der Menschen und lässt sie damit erheblich anfälliger für Krankheiten jeder Art werden.

Leider werden Kritiker der verordneten Maßnahmen leichtfertig und bequem in die rechtsextreme Ecke oder die Ecke von Verschwörungstheoretikern gestellt. In einer Demokratie wie der unsrigen, zumindest einer wie sie unseren Gründungsvätern vorgeschwebt hat, sollte es zu offenen Diskussionen unterschiedlicher Standpunkte kommen, nicht aber zu Ausgrenzung, Todschweigen oder gar Verniedlichung. Statt selbstdarstellerischem Aktionismus sind mehr Gelassenheit und zielgenaue, pragmatische und transparente Aktionen erforderlich.

Theo Holznienkemper

Taufkirchen

Keine Dummheit ist so groß, dass sie sich nicht noch mal steigern ließe! Unser Herr Söder erhöht also die Corona-Strafen. Wem jetzt noch nicht die Augen aufgehen, dass unser System diktatorische Züge annimmt, der hat aus dem Geschichtsunterricht nichts gelernt. Wenn etwas in der Bevölkerung von vielen nicht akzeptiert wird, dann zieht man die Daumenschrauben an, bis der Letzte einknickt. Argumente für und gegen die Gefährlichkeit von Corona wurden zur Genüge ausgetauscht. Wer sich ernsthaft mit Zahlen, Daten und Hintergründen zu Corona informieren will, dem em pfehle ich, sich dem medialen Trommelfeuer zu entziehen und das Buch von Dr. Karina Reiss und Dr. Sucharit Bhakdi mit dem Titel „Corona Fehlalarm?“ zur Hand zu nehmen und sich dann eine eigene Meinung zu bilden.

Hans Aicher

Halfing

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