Kreuz und Christentum

Zu „Faulhabers Einsatz für NS-Kriegsverbrecher“ (Bayernteil):

Was sich der Kardinal, nicht nur steno-, sondern oft auch sprachverschlüsselt in sein Tagebuch notierte, ist schwerer zu verstehen als längere, zusammenhängende Texte wie ein Hirtenbrief von 1941. Darin schreibt der Kardinal: „Wer das Kreuz aus der Schule entfernt, entfernt das Christentum aus der Schule. Am Kreuze hat in unsagbarer Liebe derjenige sein Blut vergossen und sein Leben hingegeben, der da ist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Das Kreuz ist uns kein Zeichen äußerer Propaganda, es ist uns die innere Verpflichtung auf den Geist Jesu Christi, des Stifters unserer christlichen Religion, der in heldenhafter Charakterfestigkeit mit dem letzten Blutstropfen eingestanden ist für jedes Wort, das über seine Lippen gekommen ist.“ Das gilt auch für die Worte: „Selig, die keine Gewalt anwenden (…) Selig die Barmherzigen (…) Selig, die Frieden stiften“.

Laut Befehl des Gauleiters Adolf Wagner vom August 1941 musste das Christuskreuz in Bayerns Klassenzimmern spätestens ab Schulbeginn beseitigt sein. Es wurde aber von Volk und Hirten erfolgreich beschützt. Hitler gab nach, denn er plante Vergeltung nach dem Krieg. Dazu kam er nicht. Der erste Kultusminister Bayerns, Franz Fendt, hat das Verbleiben der Kreuze in Bayerns Klassenzimmern 1946 sogar angeordnet. Seine Begründung: „Die Kultur des Abendlandes, die in mehr als 2000-jähriger Entfaltung den allergrößten Teil der Menschheit verbindet, ist wesentlich getragen von christlichem Gedanken- und Erlebnisgut, das auch die sicherste Gewähr bietet für eine Entwicklung unseres Volkes zu wahrem Menschentum, zu gegenseitigem Verständnis und echter Demokratie und gesichertem Weltfrieden.“

Hans Schnitzlbaumer

Bruckmühl

Kommentare