Konsumwahn führt zu riesigen Bauprojekten

Zur Berichterstattung über den Brennerbasistunnel (Regionales):

Betrachtet man die Europakarte, so ist das Inntal ein kleiner Fleck, den die meisten gar nicht wahrnehmen. Egal, wie und wo die Strecke gebaut wird, sie wird kommen. Die Empörung, die Wut der Betroffenen ist groß, was durchaus verständlich ist. Aber mal ganz ehrlich: Hat es die jetzt Betroffenen empört und auf die Barrikaden getrieben, als der Münchener Flughafen im Erdinger Moos oder die Brennerautobahn gebaut wurde? Ich glaube kaum. Egal, wir alle tragen mehr oder weniger dazu bei, dass solche Baumaßnahmen nötig werden. Es liegt an der Lust etwas zu verbrauchen. Nicht nur was zum Überleben und zum Leben wichtig ist, sondern auch die schönen Sachen, die einem das Leben angenehm erscheinen lässt. Alle zwei Jahre ein neues Smartphone, ein neuer, aber bitte größerer Fernseher oder eine Küchenarbeitsplatte aus China: Dies sind nur wenige Beispiele. Aber zurück zu den jetzt Betroffenen.

Viele der Betroffenen sind bestimmt schon vom Münchener Flughafen in den Urlaub geflogen oder über die Brennerautobahn in den Urlaub gefahren. Dabei macht sich auch keiner Gedanken oder hat dabei ein schlechtes Gewissen, welche Auswirkung dieses Tun für die jeweilige Region hat. Ich bin kein Globalisierungsgegner. Schon immer haben Menschen Handel betrieben und dies über weite Strecken. Mich erschreckt nur der allzu oft gedankenlose ungebremste Konsumwahn unserer auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft, der solch riesige Baumaßnahmen hervorruft. Dieses Streben nach mehr Gewinn, Wohlstand, Ablenkung und Spaß sind leider die Auslöser, dass Lebensräume gestört und zerstört werden. Das sollte uns allen bewusst sein: die Achtsamkeit und der Umgang mit unserer Region, unserer Natur.

Christian Heerklotz

Meißen

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