Klimaziele oder Feigenblatt-Politik?

Dampf und Rauchsteigt aus dem RWE-Kraftwerk Weisweiler. Das Braunkohlekraftwerk soll nach der Einigung von Bund und Ländern zum Kohleausstieg bald vom Netz gehen. dpa
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Dampf und Rauchsteigt aus dem RWE-Kraftwerk Weisweiler. Das Braunkohlekraftwerk soll nach der Einigung von Bund und Ländern zum Kohleausstieg bald vom Netz gehen. dpa

Zum Bericht „Der brüchige Kohle-Kompromiss“, zur Berichterstattung über den Klimawandel und zum Kommentar „Unwort Klimahysterie: Ein Missgriff der Sprachkritiker“ (Politikteil):

Der verabschiedete Fahrplan zum Ausstieg aus der Kohleverstromung ist mehr als enttäuschend. In den nächsten Jahren wird es kaum nennenswerte CO2-Reduzierungen geben, da lediglich acht Kraftwerksblöcke im Rheinland bis 2023 abgeschaltet werden sollen. Das ist noch deutlich weniger als der ohnehin schon maue Vorschlag der Kohlekommission. Zudem soll das Steinkohlekraftwerk Datteln IV im Ruhrgebiet in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen, obwohl im Kohlekompromiss vereinbart worden war, dass keine neuen Kohlekraftwerke mehr ans Netz gehen sollen. Der jährliche CO2-Ausstoß wird laut Genehmigungsantrag über acht Millionen Tonnen pro Jahr betragen. So können die Klimaziele nicht ansatzweise erreicht werden. Das nicht genug, sollen die Kohlekonzerne RWE, LEAG und MIBRAG mehr als vier Milliarden Euro Entschädigung erhalten – aus Steuergeldern! Das hierzu beschlossene Gesetz „Kohleausstiegsgesetz“ zu nennen, ist ein Widerspruch in sich. So wird die Zukunft unserer Kinder mit Milliarden von Steuergeldern verkauft. Bleibt nur die Hoffnung, dass die anstehenden Kommunalwahlen zeigen werden, dass sich die Bürger dies nicht gefallen lassen und mit ihrer Stimme ein Zeichen für das Klima setzen.

Alexander Veith

Rosenheim

Ich glaube, dass der Mensch Mitschuld trägt am Klimawandel, aber nicht in dem Ausmaß, wie es uns weisgemacht wird und nicht in den Bereichen, die in den Vordergrund gestellt werden. Die vordringlichste Aufgabe muss es sein, die Brandrodungen in den Regenwäldern Südamerikas und Südostasiens sowie in Kalifornien, Alaska, Kanada, Griechenland, Russland und Australien zu stoppen. Wenn uns das nicht gelingt, können wir alle anderen Maßnahmen vergessen. Die Wälder sind die Lunge der Erde, und wenn die kollabiert, ist es aus mit jeglichem Leben auf diesem Planeten. Es muss aufgeforstet werden in ganz großem Stil. Die 100 000 Bäume, die Markus Söder pflanzen will, sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Fläche der gesamten Bundesrepublik würde nicht ausreichen, um die Verluste auszugleichen. In der Amazonasregion sind zwischen August 2018 und Juli 2019 1,2 Milliarden Bäume abgeholzt worden. Die Waldbrände in Russland haben im Jahr 2018 so viel Kohlendioxid erzeugt, wie 36 Millionen Autos in einem Jahr. Die zweitwichtigste Maßnahme in der Prioritätenliste ist die Reinhaltung der Meere. Die Verklappung von Öl und Müll in die Weltmeere muss aufhören. Das hat gravierende Auswirkungen auf unsere Nahrungskette. Alle anderen Maßnahmen sind Kosmetik. Wir tragen sie wie ein Feigenblatt vor uns her, um uns nicht vorwerfen zu müssen, nichts getan zu haben.

Georg Gottinger

Taufkirchen

Dank an Herrn Deutschländer für seinen abwägenden Kommentar zum Unwort „Klimahysterie“. In gleicher Weise geht mein Aufruf an unabhängige Wissenschaftler, Experten in Technik und Wirtschaft sowie an Politiker und Journalisten, sich kompetent dem „Gretaitis-Herdentrieb entgegenzustellen, um mit ehrlichem Disput zur wissenschaftlichen Analyse und Lösung zu kommen. Denn die Folgen der „Klimaneutralität“ wird den Wohlstand der hinsichtlich Verzicht untrainierten Bevölkerung arg treffen, Entwicklung verhindern, Spekulanten reich machen und Länder in Unterentwicklung lassen. Voraussetzung für die Forderungen der Klimaaktivisten ist die meiner Überzeugung nach unzutreffende Behauptung, CO2-Gehalt sei hauptverantwortlich für den Klimawandel. Das sei zwischen Wissenschaftlern allgemein akzeptiert. Dem ist nicht so. Die jüngsten Klimaveränderungen seien ohne Beispiel? Viele Klimadaten zeigen, dass vor rund 1000 Jahren die Temperaturen etwa den heutigen entsprachen. Den Klimamodellen fehlt auch die Einbeziehung der Vorgänge außerhalb der Erde, sie ist kein abgeschlossenes Treibhaus. Es besteht ein Korrelat zwischen kosmischer Strahlung und Wolkendeckung. Kosmische Strahlung gleich Wolkenbildung, gleich Reflexion von Sonnenlicht. Starke Sonne gleich stärkerer Ablenkungsgrad kosmischer Strahlung, weniger Wolken gleich Erderwärmung. Ergebnis: Zeit zur Revision statt Alternativlosigkeit und Vertrauen in kreativen Fortschritt, sichere Reaktoren, Filtertechnik statt Hysterie.

Hans-Jürgen Ehlers

Rosenheim

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