Klimaschutz-Ziel: Ernst der Lage nicht erkannt

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Man muss den „For future“-Gruppen dankbar sein, dass sie die Dringlichkeit von Energiewende und Klimaschutz in die Öffentlichkeit bringen, gerade auch in Rosenheim. Laut den Energieberichten wird die Stadt nämlich das 2012 vom Stadtrat einstimmig beschlossene Klimaschutz-Ziel für 2025 deutlich verfehlen. Einen hauptamtlichen Klimaschutz-Manager, der sich um die Umsetzung des Ziels kümmern könnte, gibt es nicht mehr. Vorbildhafte Energieeinsparung und Sonnenenergie-Nutzung bei den städtischen Immobilien findet man kaum, ebenso selten entsprechende verpflichtende Vorgaben in der Bauleitplanung. Kein Wunder, dass vergleichbare Städte wie Landshut und Passau pro Einwohner mehr als doppelt so viel Fotovoltaik-Strom produzieren! Die Kraft-Wärme-Kopplung ist prinzipiell zu begrüßen, Rosenheim hat aber einen traurigen Vorsprung vor den meisten bayerischen Städten bei der klimaschädlichen Verbrennung von Restmüll. Der größte Teil des stark wasserhaltigen Biomülls wird entgegen dem Kreislaufwirtschaftsgesetz sinnlos verbrannt, anstatt speicherbare Energie und Dünger zu liefern. Beim Verkehr sind die umweltfreundlichen Verkehrsträger zu fördern, was beim ÖPNV Zuschüsse der Stadt erfordert; gleichzeitig muss die Nutzung des Autos gerade in der Innenstadt unattraktiver werden. Auch bei der Klimaanpassung sind in Rosenheim große Defizite festzustellen. Viele Stadträte haben den Ernst der Lage offenbar nicht erkannt; ein bisschen mehr Klimaschutz reicht keinesfalls! Man kann nur hoffen, dass die Verwaltung bald zielführende Maßnahmen vorschlägt, die dann von einem neuen Stadtrat auch tatsächlich umgesetzt werden.

Steffen Storandt

Rosenheim

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