Klimadebatte hält an

Eine Teilnehmerin der „Fridays-for-Future“-Demonstrationen ist als verletzte Erde geschminkt. dpa
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Eine Teilnehmerin der „Fridays-for-Future“-Demonstrationen ist als verletzte Erde geschminkt. dpa

Zu den Themen Klimaschutz und „Fridays-for-Future“-Bewegung:

Beim Lesen der Leserbriefseiten fällt auf, dass in vielen Texten geflissentlich ein Hinweis auf die realen Verhältnisse – nämlich die Tatsache, dass die Welt in eine Klimakatastrophe schlittert, obwohl Wissenschaftler seit Jahrzehnten diese Entwicklung vorausgesagt, belegt und bewiesen haben – fehlt.

Das eigentliche Thema müsste der Skandal sein, dass auch unsere Bundesregierung – trotz besseren Wissens und medienwirksamer Volksreden – sich nicht zu wirksamen Maßnahmen durchringen kann, die die Erreichung der Klimaziele (gemäß dem Pariser Abkommen) gewährleisten würden.

Da stellt sich mir eher die Frage, welche Legitimation eine Regierung noch hat, die sich weigert, die drohenden Folgen einer Klimakatastrophe von unserem Staatsvolk abzuhalten. Meiner Ansicht nach ist da ziviler Ungehorsam nicht nur erlaubt, sondern geboten.

Detlef Dobersalske

Breitbrunn

Klimaschutz heißt letztlich: weniger Verbrauch für unser aller rohstoffabhängige Wirtschaft. Jeder (Nicht-) Kauf zählt. Das Passivhaus sichert langfristig Kühl- und Heizenergie. Eine große Windanlage spart uns jährlich bis zu 10 000 Tonnen CO2. Zu haben sind normale Autos mit einer Drei vor dem Verbrauchskomma. Es ist ein Beitrag. Technisch machbar sind aerodynamische Tandemsitzer unter vier Kilowattstunden als Elektrofahrzeug beziehungsweise unter einem Liter auf 100 Kilometer. Damit wären Pendler vorbereitet auf drei Euro für den Sprit.

Johannes Laubrock

Aurich

Wenn man schon nachhaltig, vor allen Dingen gerecht, etwas für den Klimaschutz bezüglich des Autoverkehrs tun will, dann sollte die Politik schleunigst das jetzt zusammengeschusterte und übereifrig verabschiedete Klimaschutz-Paket abändern. Gerecht und dem vermeintlichen Klima förderlich wären diese vier Punkte: Erstens: Jetzige Form der Kfz-Steuer gänzlich abschaffen. Zweitens: Kraftfahrzeugbesteuerung nach Flächenverbrauch. Drittens: Pkw-Maut komplett für alle einführen. Viertens: Kraftstoffe anders besteuern.

Zu erstens: Die jetzige Steuer nach Hubraum ist Blödsinn. Der Hubraum sagt nichts aus über den echten Verbrauch. Zu zweitens: Es wäre nur gerecht, wenn sich die Kraftfahrzeugsteuer am Flächenverbrauch orientieren würde. Es sollten Anreize für optimale Verkehrsflächenausnutzung geschaffen werden. Hinzu kommt, dass viele Parkhäuser und Tiefgarageneinfahrten ohnehin zu eng sind für etwas größere Autos. Zu drittens: Eine Pkw-Maut-Einführung in Deutschland für alle wäre unangreifbar. Jeder Fahrzeugbesitzer kann dann für sich selbst entscheiden, ob er diese für sich in Anspruch nimmt. Zu viertens: Die Besteuerung nach CO2-Ausstoß usw. könnte komplett entfallen, ein Papier- und Kriterien-Monster wäre unnötig. Wenn man die Besteuerung der Kraftstoffe anders berechnet, könnte man jedem Einzelnen die Möglichkeit geben, etwas für die Umwelt und für den Öffentlichen Nahverkehr zu tun und das eigene Fahrzeug in der Garage stehen zu lassen.

So einfach wäre es.

Alois Sepp

München

Wir reden vom Klimawandel, der nicht zu leugnen ist. Derzeit versuchen wir abzuschwächen, was der kapitalistische Westen auf Kosten der restlichen Welt verursacht hat, um den Wohlstand zu mehren und zu verteidigen. Die Bewegung „Fridays for Future“ ist sehr hilfreich, um die Menschheit wachzurütteln. Wir müssen global denken, was nicht gelingen wird angesichts der regionalen Konflikte und des Machtstrebens sowie der eigennützigen Bereicherung der Menschheit. Sehen wir uns die Bevölkerungszahlen auf unserem Planeten an, so waren es vor 150 Jahren noch 1,5 Milliarden Menschen, nun haben wir rund acht Milliarden Menschen. Wie will man aus dieser Spirale herauskommen? Durch eine weltweite, nicht egoistische Geburtenkontrolle? Sehr unrealistisch, dagegen sprechen die Religion und die Kultur. Die Menschheit frisst ihren Planeten auf und zerstört ihn, denn Bodenschätze und Süßwasser sind endlich. Nur wenn die Menschheit begreift, dass unser Planet endlich ist, wird eine Einheit entstehen. Doch die Geschichte zeigt: Dies gab es noch nie!

Günter Schulz

Hannover

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