Kleinstrukturierte Landwirtschaft erhalten

Zum Bericht „Rücktritt nach Beschimpfungen“ (Titelseite):

Zunehmend wächst der Druck von Molkereien auf Milchbauern, die ihre Tiere in einem alten Stall mit Anbindung halten, diesen in einen modernen, tierartgerechten Laufstall umzubauen. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, wird diese Milch separat erfasst und ab 2022 mit 1,5 Cent/Liter Milchgeldabzug belegt. In vielen dieser kleinbäuerlichen Stallungen wird noch traditionell Rindermist gewonnen. Ist es nicht erwiesen, dass dieser Rindermist nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten darstellt, sondern auch zu wertvollem Humus kompostiert und so als Kohlendioxid-Speicher dem Klimaschutz dient? Es ist sehr wahrscheinlich, dass mit dieser Forderung der traditionelle Rindermistanteil noch weiter schwindet, da moderne Stallungen meist Gülle hervorbringen. Liebe Tierschützer, ist es nicht viel wichtiger, diese traditionelle kleinstrukturierte Landwirtschaft, die so viel zum Erhalt unserer Umwelt beiträgt, so lange diese Landwirte noch wollen, zu erhalten? Sollten wir nicht lieber einen Ökobonus für die arbeitsaufwendige Rindermistgewinnung mit 15 Cent je Liter Milch honorieren, als diese nachhaltige Form der Tierhaltung zu bestrafen.

Ludwig Moosmüller

Aschau im Chiemgau

Kommentare