Kleine Münzen und große Zusammenhänge

Wer den Pfennig nicht ehrt: Sind Cent-Münzen noch zeitgemäß? dpa
+
Wer den Pfennig nicht ehrt: Sind Cent-Münzen noch zeitgemäß? dpa

Zum Bericht „Kleinste Münzen vor dem aus“ (Titelseite) und zum Kommentar „EU will kleine Münzen abschaffen Holzauge, sei wachsam“ (Politikteil):

Im Bericht steht, dass die „Mehrheit der EU-Bürger“ sie nicht mehr haben will. Welche Mehrheit? Die EU besteht aus 51 Ländern, aber nur 19 Länder haben den Euro. Der Euro war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Die Deutschen werden enteignet und Länder, die keine vernünftige Arbeit abliefern können, werden mit diesem Geld durchgefüttert, damit sie sich auch in Zukunft nicht anstrengen müssen. Wer nicht nur durch die Staatspresse und Staatsfernsehen informiert, hat doch schon lange begriffen, dass die EU eine Diktatur ist. Man kann zwar eine Partei oder einen Politiker wählen, wenn das Ergebnis aber den Altparteien nicht passt wird diese Partei bis aufs Blut bekämpft – von Presse und Fernsehen. Es gibt ein Buch das heißt „Dumm, dümmer, deutsch“. Damit ist alles gesagt.

Nikolaus Maier

Halfing

Wenn Herr Anastasiadis vor staatlichen Tricksereien warnt, mit denen dem Bürger ins Portemonnaie gegriffen werden soll, dann ist das grundsätzlich berechtigt. Bei der Frage, ob wir uns vom „Kleinstgeld“, den Ein- und Zwei-Cent-Münzen trennen sollen, erscheint jedoch ein Blick zurück sinnvoll, den die Väter des Euros (Kohl, Waigel….) vor rund 20 Jahren wohl nicht getan haben. In der Bismarck-Epoche verdiente ein einfacher Arbeiter rund 0,40 Mark je Stunde, also das 40-fache der kleinsten Geldeinheit (Pfennig). Nach der Währungsreform lag der Stundenlohn bei 1,60 DM, er betrug also das 160-fache der kleinsten Währungseinheit (Pfennig). Wenn ein Arbeiter nach Einführung des Euros zehn Euro in der Stunde verdient, dann erhält er das 1000-fache der kleinsten Währungseinheit (Cent). An diesen Zahlen erkennt man die geringe Bedeutung der kleinsten Währungseinheit, mit der man im Gegensatz zu den früheren Zeiten keinen Einzelartikel mehr kaufen kann. Und so erstaunt es nicht, dass einer Radiomeldung zufolge 80 Prozent der Kleinstmünzen getrennt vom Portemonnaie aufbewahrt werden, um irgendwann auf einmal in „vernünftiges Geld“ umgewandelt zu werden. Wenn man dann noch bedenkt, dass jährlich Tausende Tonnen von Stahl und Hunderte Tonnen von Kupfer für die Herstellung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen erschmolzen werden müssen, dann ist die Abschaffung dieser Münzen nicht als Griff des Staates in unser Portemonnaie zu verstehen, sondern eher als Korrektur eines Geburtsfehlers des Euros.

Gerd Hieber

Prien

Kommentare