Kirche zwischen Progressiven und Traditionalisten

Kirchensteuer oder Klingelbeutel: Um die Finanzierung der beiden großen christlichen Konfessionen gibt es immer wieder Diskussionen.
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Kirchensteuer oder Klingelbeutel: Um die Finanzierung der beiden großen christlichen Konfessionen gibt es immer wieder Diskussionen.

Zu „Zweifelhafte Verdienste der katholischen Kirche“ (Leserbriefe) und zum Bericht „Hunderte feiern Messe auf Latein“ (überregionaler Teil):

Der synodale Weg der Institution katholische Kirche ist ein Windei ohne Inhalt. Es dreht sich alles um Machterhalt und Buchstaben. Die Nachfolge Jesu sieht anders aus. Sein Vermächtnis heißt: „Du bist Petrus der Fels und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Mächte der Finsternis werden sie nicht überwältigen.“ Jesus vertraute sein Reich einem Familienoberhaupt an, der weiß was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. In der Bibel (1. Brief an Timotheus, Kapitel 3) ist zu lesen: „Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer großen Aufgabe. Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren, er sei kein Trinker und kein gewalttätiger Mensch, sondern rücksichtsvoll, er sei nicht streitsüchtig und nicht geldgierig. Er soll ein guter Familienvater sein und seine Kinder zu Gehorsam und allem Anstand erziehen. Wer seinem eigenen Hauswesen nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen?“

Ilse Sixt

Oberpframmern

Herr Langer lässt sich in seinem Leserbrief über die Kirchensteuer aus und bezeichnet sie als „unselig“. Er scheint zu glauben, die Kirchensteuer sei eine vertraglich geregelte Zahlung des Staates an die Kirche. Das ist nicht der Fall. Die Kirchensteuer ist ein Mitgliedsbeitrag, den die jeweilige Kirche von ihren Mitgliedern erhebt. Sie muss dazu eine Körperschaft des öffentlichen Rechts sein wie Gemeinden, die AOK Bayern und andere. Manche dieser Körperschaften dürfen von ihren Mitgliedern Steuern erheben (etwa die Gemeinden die Grundsteuer). Die Kirchen dürfen es auf der Grundlage der bürgerlichen Steuerlisten. Sie bekamen dieses Recht 1919 mit der Trennung von Kirche und Staat. Wie es zu dem bei uns üblichen Verfahren kam, zeigt eine dicke Sammlung von Dokumenten, herausgegeben von der Universität Hamburg: die Dokumente der Hamburger jüdischen Gemeinde aus der Zeit der Weimarer Republik. Die Gemeinde wandte sich an den Hamburger Senat und bat um Einblick in die Steuerlisten. Der Senat lehnte das ab, denn Kirchen waren kein Teil der Staatsorganisation mehr, bot aber an, die Kirchensteuer für sie einzuziehen, wenn die Gemeinde ihm sagte, wer ihre Mitglieder sind. So geschah es. Heute nennt man das Datenschutz: Die Kirchen bekommen die Kirchensteuer entsprechend dem Einkommen der Mitglieder, bekommen deren Steuererklärungen aber nicht zu sehen. Wie man sieht, ist das Geld, das die Kirchen auf dem Wege über den Staat von ihren Mitgliedern erhalten, ebenso wenig eine Ausgabe des Staates für die Kirchen wie das Gehalt, das ich über die Bank von meinem Arbeitgeber bekomme, eine Ausgabe der Bank für mich ist.

Klaus Wulff

Bad Aibling

Dieser altehrwürdige tridentinische Messritus ist der eigentliche Mittelpunkt der römisch-katholischen Kirche. Dass Kreuz und heilige Messe wirkliche Sühneopfer oder Opfer der Genugtuung sind, ist die Lehre der Tradition der Kirche und wird ausgedrückt im Ritus selbst, der heiligen uralten überlieferten römischen Messe! Beim Konzil in Trient wurde beschlossen: „Durch diesen unseren Erlass, der auf immer Gültigkeit haben soll, bestimmen und verordnen wir, dass in diesem Missiale niemals etwas hinzugefügt, weggelassen oder geändert werden soll...“ feierlich kodifiziert durch Heiligkeit Pius V. Bulle „Quo primum“ 1570. Die neue Mahlfeier – 1969 fabriziert – ist ein Experiment. Ein Tisch mit einem Vorsteher (als Pfarrer), der Mensch im Mittelpunkt. Was sich aber in den letzten Monaten für Unsitten eingeschlichen haben, sind „Wort-Gottes-Feiern“, bei denen kein Pfarrer mehr anwesend sein muss und die „hochgepriesenen“ Laien die Altarräume stürmen. Dies ist keine Messe und kein Gottesdienstersatz. Im Übrigen gibt es auch ein paar moderne Pfarrer, die scheinbar noch nie ein römisches Messbuch in der Hand hatten, dann entweder etwas weglassen oder selbst etwas „zusammentricksen“. Am allerschlimmsten wird es, wenn der Pfarrer beginnt: „Wie uns der Herr zu beten gelehrt hat – Vater unser im Himmel....“. So hat uns der Herr das Beten definitiv nicht gelehrt. Unser gutes altes Gebet lautet „Vater unser, der du bist im Himmel...“ weiter „gebenedeit unter den Weibern.“ Alle Verantwortlichen der Amtskirche sollten endlich Farbe bekennen, diesem Irrtum eine Ende setzen und zu unserem wahren gottgewollten heiligen Messopfer zurückkehren.

Jakob Grandl

Riedering

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