Kirche kaperte heidnische Feste

Zum Brauchtumskalender, Thema „Mai“, von Albert Bichler (Bayernteil):

Die Erklärung von Albert Bichler zu den „Traditionen“ am 1. Mai ist sehr spärlich und zudem irreführend. Der Name des Monats Mai stammt von der römischen Frühlingsgöttin Maia. Ihr entsprechen die Frühlingsgöttin Ostara und die Göttin Freya als Fruchtbarkeitsgöttin. Die Natur zeigt sich im Mai in ihrer üppigen Blütenpracht und explodiert bei Pflanzen, Tieren und Menschen vor sichtbarer Erotik. Die Menschen der frühzeitlichen Hochkulturen sahen es als existenzielle Pflicht an, der Natur, Mutter Erde und den ihnen wohlgesinnten Göttern zu huldigen, zu danken und sie um diesjährige Fruchtbarkeit zu bitten. Sie feierten das mit Ritualen der Freude, der Liebe, Dankbarkeit und Sinnlichkeit. Da diese lebensverehrenden Feste der mittelalterlichen Kirche ein Dorn im Auge ihrer Macht war, setzten sie eine angebliche heilige Walburga auf den 30. April, so wie sie es mit den anderen traditionellen Festen auch mit anderen Umkehrattributen taten. Die Feste um die Verehrung und Achtung der Naturzyklen verleumdeten sie mit angeblicher „Verteufelung, Verhexung und Dämonisierung“. Sehr geehrter Herr Bichler, wo haben Sie denn Ihre „Dämonen und bösen Geister“ her? Die Menschen begrüßten die neuen Lebensgeister und feierten Freudenfeste, weil ihnen das Leben und all seine Zyklen heilig waren. Da sollten wir doch etwas davon lernen in unserer ach so „intelligenten Welt“! Die bösen Geister und Dämonen können Sie getrost der Kirche zurückschicken, die haben sie nämlich erfunden.

Mathilde Stenner

Bruckmühl

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