Keine Vorhersagen

Zu „Schwerter zu Pflugscharen“ (Leserbrief):. Sehr geehrter Herr Kirsch ner, bevor Sie pseudo-politisch motivierte, aus dem Text gerissene Schlagworte wiederholen, wäre ein Blick in das Alte Testament hilfreich gewesen.

Ich zitierte (gekürzt, aber nicht sinnentstellend) nach der Septuaginta Deutsch:

Michaias 4.1 mit 4.3 .“... und in den letzten Tagen wird der Berg des Herrn... und sie werden zerschlagen ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Sicheln.“ Und dann sehr ähnlich bei Jesaja: 2.2 „Am Ende der Tage wird es geschehen... 4.4 Er (Gott) spricht Recht im Streite der Völker... Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern...“

Aber dann bei Joel 3.9 „Verkündet dies unter den Völkern, heiligt einen Krieg, erweckt die Kämpfer! Rückt vor und steigt hinauf, all ihr Kriegsmänner! 10. Zerschlagt eure Pflüge zu Schwertern und eure Sicheln zu Lanzen!...“ Sie könnten auch noch in „Bücher der Kündung“, aus dem Hebräischen verdeutscht von Buber und Rosenzweig, vergleichen, da ist das alles noch viel härter und klarer formuliert.

Es ist müßig zu spekulieren, was die Propheten vor mehr als 2000 Jahren gesagt haben und was sie dabei dachten. Auslegen kann danach jeder, was man wie verstehen soll oder muss! Aber man sollte die ankündigenden Worte nicht als Vorhersagen einstufen; sie sind Warnungen: „Das kann so geschehen!“.

Wolfgang Pawliczek

Übersee

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