Keine Rücksichtauf Flussregenpfeifer

Zum Bericht „Landschaftspflegeverband fordert Schutz von Flussregenpfeifern“ (Lokalteil):

Der Flussregenpfeifer ist ein nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz streng geschützter Vogel. Sehr erfreulich, dass er am Inn eine Stelle zum Brüten gefunden hat. Ich habe nach einigem Suchen die durch die Schilder des Landschaftspflegeverbandes gekennzeichneten Uferabschnitte gefunden. Es war ein schöner Tag als ich diese Uferabschnitte – wohlgemerkt nur bis zu den Schildern – besuchte. Erschrocken war ich über das Verhalten von Erholungssuchenden, die keinerlei Rücksicht zeigten. Einige habe ich freundlich auf die Schilder aufmerksam gemacht. Es gab daraufhin Kommentare wie „kümmere Dich um Deinen eigenen Dreck“, „der blöde Vogel soll sich einen anderen Platz suchen“ und anderes. Im Laufe des Nachmittags haben nach meiner Beobachtung mindestens 40 Menschen diesen sensiblen Naturraum ohne Beachtung der Schilder betreten. In anderen Landkreisen, etwa in Bad Tölz-Wolfratshausen, wurde zum Schutze des Flussregenpfeifers ein zeitlich beschränktes Betretungsverbot erlassen. Diese Möglichkeit bietet des Bayerische Naturschutzgesetz. Es müsste nach meiner Einschätzung eine Strecke von rund einem Kilometer mit dem Betretungsverbot belegt werden. In Anbetracht der zahlreichen frei zugänglichen Stellen am Innufer eine verhältnismäßige Einschränkung – und zeitlich begrenzt. Die untere Naturschutzbehörde habe ich über die Beobachtungen informiert. Ich hoffe auf rasche Reaktion, aber ehrlich gesagt ich befürchte, es ist schon zu spät für einen Bruterfolg des Flussregenpfeifers am Inn. Traurig, oder?

Reinhard Graser

Kraiburg

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