Keine Klimaneutralität ohne Wohlstandsverlust?

Zum Bericht „Gesetz: Bayern ab 2050 klimaneutral“ (Bayern):

Die Kosten des Klimapakts für 2021 sind noch überschaubar, auch wenn sich alle Produkte – vom Arzneimittel bis zur Windturbine – infolge der CO2-Steuer verteuern werden. Das Ziel, Klimaneutralität bis 2050 zu erzielen, führt zu hohen Kosten, nicht nur für Bayern, sondern für die BRD.

Hierzu gibt es einige Studien. So nennt der Leiter des Thinktank „Agora“, ein ehemaliger Ökonom des BMU, rund 70 Milliarden Euro pro Jahr. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie des FZ Jülich. Eine weitere Studie wurde in einer Zusammenarbeit von drei Akademien erstellt (ESYS-Studie); diese kommt auf Investitions- und Kapitalkosten von rund 130 Milliarden Euro pro Jahr. Dafür wurde ein Zubau von bis zu 400 GW Erneuerbare Energien errechnet.

Um allein die Investitionskosten der Energiewende aufzubringen, dürften also größenordnungsmäßig 100 Milliarden Euro pro Jahr (heutiger Kostenstand) erforderlich sein. Diese werden zum Teil über die CO2-Steuer gedeckt, deren Höhe von der Politik bestimmt werden wird. Die Kosten landen letztlich beim Verbraucher und Exporteur; zudem will man Importe gemäß ihrem CO2-„Fußabdruck“ mit Zoll belegen. Deutschland und die EU würden sich so wahrscheinlich in Richtung Protektionismus bewegen, was unter anderem eine überbordende Bürokratie zur Folge hätte.

Letztendlich erscheint es zweifelhaft, dass das Ziel „Klimaneutralität“ bis 2050 ohne Wohlstandsverlust erreichbar ist. Zusätzliche Belastungen dürfte zudem das Bevölkerungswachstum (Weltbevölkerung 2050 circa zehn Milliarden) mit den daraus resultierenden Problemen wie Zerstörung der Natur, Migrationsdruck et cetera mit sich bringen.

Dr. Walter Schicketanz

Rosenheim

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