Keine anderen Probleme?

Zum Artikel „Fatale Zwangsräumung“ (Bayernteil):

Das Amtsgericht hat entschieden, dass der Mieter keinen Ahorn auf dem Balkon wachsen lassen darf, laut Foto ein mehr als wohnungshoher Baum. Was ist an dem vor zwei Jahren ergangenen Urteil skurril? Doch höchstens, dass unsere Justiz sich mit Lächerlichkeiten beschäftigen muss. Und jetzt ist dieser Mann tot. Und seine Tochter unterstellt „mit Tränen kämpfend“, dass die GWG ihren Vater zugrunde gerichtet habe und sein jetziger Herzstillstand ursächlich mit der im Februar ergangenen Zwangsräumung zusammenhängt. Zunächst zu dem Mann: Er lebt 30 Jahre auf Kosten der Steuerzahler in einer gemeinnützigen Wohnung und treibt den Streit mit der GWG so lange vo ran, bis die Wohnung zwangsgeräumt wird. Und er flieg angeblich aus der Krankenversicherung.

Wie das? Jeder, der wie er Grundsicherung erhält, ist auch gesetzlich krankenversichert. Und weiter: Jahrelang hatte er vor dem Rauswurf aus seiner Wohnung keinen Kontakt zu seiner Tochter oder die Tochter zu ihm, und dann liegt er zuletzt „wochenlang“ tot in seiner neuen Bleibe. Die Liebe der Tochter zu ihrem schwer herzkranken Vater kann dann doch nicht so groß gewesen sein. Sie kümmerte sich wohl einfach nicht um ihn. Und der Männerfürsorgeverein hat angeblich versucht, mit dem Mann vor der Zwangsräumung Kontakt aufzunehmen, aber auch das vergeblich.

Was soll also dieser Mitleid heischende Artikel? Und jetzt kommt das dicke Ende: Die Stadtratsfraktion der Linken hat einen Antrag auf Auskunft gestellt, wa rum die GWG den offensichtlich notorischen Querulanten auf die Straße gesetzt hat. Haben wir wirklich keine anderen Probleme?

Axel Hilbert

Edling

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