Kein Verständnis für Sorgen ums Volksfest

Zum Bericht „Neumarkter Volksfest auf der Kippe“ (Lokalteil):

Zeitunglesen macht klug – vor allem in diesen Zeiten. Das gilt besonders, wenn man verschiedene Artikel im Zusammenhang liest. Auf Seite 13 der Ausgabe vom 3. April lese ich: „Neumarkter Volksfest auf der Kippe“. Da überlegt der Bürgermeister tatsächlich noch, ob das Volksfest vom 29. Mai bis zum 7. Juni abgehalten werden kann. Er will bis zum 20. April abwarten. Vielleicht könnten seine Überlegungen beschleunigt werden, wenn er den Bericht auf Seite 9 der gleichen Ausgabe liest. „Hilferuf aus dem Krankenhaus“, lautet die Überschrift. Berichtet wird dort, wie verzweifelt die Corona-Klinik in Mühldorf nach Fachkräften für die Intensivpflege sucht. Ich bezweifle, ob die Pflegekräfte dort Verständnis für die Sorgen eines Bürgermeisters um sein Volksfest haben. Noch hilfreicher wäre es, wenn die Volksfestplaner den Artikel auf Seite 4 aufmerksam lesen würden. Dort wird von den Untersuchungen des Virologen Professor Streeck in Heinsberg berichtet. Große Ausbrüche habe es besonders nach Feiern gegeben, erklärte der Professor der FAZ. Großveranstaltungen sind nach Streeck die schlimmsten Infektionsherde. Restaurants, Geschäfte und Supermärkte, so die Einschätzung des Virologen, stellten kein Infektionsrisiko dar, vor allem, wenn man die Abstandsregeln einhalte. Ich möchte hinzufügen, auch Gärtnereien und Buchhandlungen nicht.

Wilfried Rahe

Mühldorf

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