Kein Verständnis für geplante Versammlung des Zweckverbands

Zum Bericht „100 Teilnehmer trotz Corona“ über die geplante Versammlung des Zweckverband Verkehrsüberwachung (Lokalteil):

Mit Bestürzung entnehme ich dem Mühldorfer Anzeiger, dass sich der Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung trotz Corona in Töging zur Hauptversammlung treffen will. Vonseiten des Töginger Bürgermeisters Dr. Tobias Windhorst sei dies als „zwingend erforderliche Veranstaltung“ bezeichnet worden. Ob die Aufnahme neuer Mitglieder tatsächlich ein zwingendes Erfordernis darstellt, wag ich zu bezweifeln. Eine Veranstaltung von der geplanten Größenordnung birgt bei aller Anwendung von Vorsichtsmaßnahmen ein erhebliches Infektionsrisiko in sich.

Darüber hinaus wage ich zu behaupten, dass in Zeiten, in denen von staatlicher Seite Kontakte auf zwei Haushalte beschränkt sind, eine derartige Massenveranstaltung auf Verständnis der Bevölkerung stoßen wird. Vielleicht sollte die Politik hier mit gutem Beispiel vo rangehen. Wenn schließlich zur Begründung, dass die Veranstaltung stattfinden kann, vom zuständigen Landratsamt ein Schreiben des bayerischen Innenministeriums vom 20. März he rangezogen wird, wird es vollends absurd. Am 22. März meldete die John Hopkins Universität in Deutschland insgesamt 23 129 Infektionen bei einem Zuwachs ab dem Vortag um 2987 Fälle. Zum Vergleich: am 18. November 2020 waren es insgesamt 853 574 Infektionen, gegenüber dem Vortag war eine Zunahme von 23 794 Infizierten zu verzeichnen.

Dr. Michael Heidegger

Mühldorf

Kommentare