Kein heidnischer Ursprung

Zum Artikel „Der Sonnengott wandelt sich zu Jesus“ (überregionaler Teil):

Der Beitrag von Jordan Raza ist fragwürdig. Jesus Christus ist keine Abwandlung des Sonnengottes irgendeiner antiken Vorstellung. Dies ist historisch wie theologisch falsch. Aus der Tatsache, dass Gott und mit ihm Jesus als das wahre Licht die Finsternis durchbricht, bereits auf eine Sonnengottverwandtschaft zu schließen, ist absurd für jedermann, der sich mit dem Christentum ein wenig auskennt.

Der tatsächliche Geburtstermin kann auf einen engen Zeitraum eingegrenzt werden. Im Westen ist es nach neuer Zeitrechnung der 25. Dezember im Osten der 7. Januar.

Die Überlieferung und das Evangelium nach Lukas 1:5-25 erzählt die Umstände der Empfängnis des Johannes des Täufers. Zacharias, der Mann der Elisabeth, ist Tempelpriester zu Jerusalem und hat an Jom Kippur Dienst. Jom Kippur als bewegliches Fest von Ende September unserer Zeit bis in die zweite Oktoberhälfte. Wenige Tage später ist er zurück im Bergland von Judäa und Elisabeth stellt ihre Schwangerschaft fest. Lukas schreibt „im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. (…) Ihr Name war Maria“. In Folge besucht Maria ihre Base Elisabeth und bleibt als Hilfe bis zur Niederkunft des kleinen Johannes. Damit ist folgende Rechnung möglich: Oktober plus sechs Monate = März. März plus neun Monate = Dezember. Sogar das letzte Drittel dürfte gut passen.

Abgesehen von diesen Fakten dürfte eine Übernahme eines heidnischen Feiertages den frühen Christen vor der konstantinischen Wende ein Gräuel gewesen sein, sind sie doch vor 316 teilweise massiv verfolgt. Der Weihnachtstermin ist jedoch bereits in der Mitte des dritten Jahrhunderts verbürgt. Die Sonnengottfestlichkeiten sind erst später als Feiertage bekannt. Weihnachten, Ende Dezember ist gut begründet und frei von heidnischen Ursprüngen.

Dr. Stephan Maria Hitzel

Raubling

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