Katholischer Segen für gleichgeschlechtliche Paare: Pro und Contra

Zur Berichterstattung über die Katholische Kirche und den Segen für gleichgeschlechtlich Liebende (Bayernteil/Leserbriefe):

Seit Jahren stößt Leserbrief-Autorin Ilse Sixt mit ihren Beiträgen ins gleiche Horn: Der Pflichtzölibat sei wider die menschliche Natur und „nicht lebbar“. Aber werden dadurch ihre Argumente richtiger?

Jesus selbst, das Vorbild ehelosen Lebens, spricht von Menschen, die „um des Himmelreiches willen“ die Ehelosigkeit wählen. Dass sich die Verheirateten unter den Aposteln zu ehelicher Enthaltsamkeit entschlossen, geht aus der Frage des Petrus an Jesus hervor: „Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür erhalten?“ Für die vollkommene Nachfolge bezieht Jesus in Lukas 18,29 auch Frau und Kinder ein: „Jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Brüder, Eltern oder Kinder verlassen hat, wird dafür schon in dieser Zeit das Vielfache erhalten“. Der heilige Augustinus hat sich nach seiner Bekehrung von seiner Gefährtin getrennt. In 1Kor 7,32 tritt der heilige Paulus für die Ehelosigkeit derer ein, die sich ganz dem Dienst Gottes widmen wollen.

Auf diese Weise eröffnet die christliche Botschaft neben der Ehe eine legitime ehelose Lebensform, die von unzähligen Menschen ergriffen wurde. Wie hätte sonst der ganze europäische Kontinent christianisiert werden können, wenn nicht geweihte Männer, befreit von der Last ehelicher Verantwortung, diese Aufgabe übernommen hätten? Patrick für Irland, Bonifatius für Deutschland, Ansgar von Bremen für Skandinavien, Otto von Bamberg für Pommern, Kyrill und Methodius für die slawischen Völker?

Wer möchte bezweifeln, dass Pater Rupert Mayer, Apostel Münchens genannt, den Zölibat glaubwürdig gelebt hat, oder die 2700 Geistlichen im KZ Dachau, das über 1000 nicht überlebten? Die heilige Theresia von Lisieux hat ihr Leben für die Heiligung der Prieser aufgeopfert.

Armin Rieble

Stephanskirchen

Eltern von gleichgeschlechtlich Liebenden werden die Beziehung aus Liebe zu ihren Kindern wohl tolerieren, aber ob Sie diese auch mit ganz Herzen absegnen können?

Wissen sie doch, dass ihnen die Freude an seelisch gesunden Enkelkindern, die aus Liebe gezeugt und in der verschiedenartigen Liebe von Vater und Mutter aufwachsen dürfen, verwehrt wird. Wissen sie doch, dass sie im Alter die herrliche Welt nicht mit den Augen von Enkeln oder gar Urenkeln neu entdecken dürfen. Wissen sie doch, dass ihre eigenen Kindern im Alter keine Unterstützung durch Kinder oder Enkel erhalten werden. Diese wehmütigen Gedanken sind nicht segensreich. Darum stellt sich die Frage: Kann die Kirche etwas segnen, was nicht für alle zum Segen wird?

Hildegard Sochatzy

Kirchdorf

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