Die katholische Kirche im Wandel

Die katholische Kirchehat ein Image-Problem. dpa
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Die katholische Kirchehat ein Image-Problem. dpa

Zur Berichterstattung über kirchliche Themen (Zölibat, „Maria 2.0“ und Priestermangel) sowie zu Leserbriefen:

Wenn Frauen sich mit der Rolle der Hausfrau und Mutter zufriedengeben und damit froh und glücklich sind, so ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn aber Frauen den Wunsch haben, in Liturgie, Verkündigung und Diakonie mitzuwirken, und zwar nicht nur als Lektorin, Kommunionshelferin oder Chorleiterin, dann darf man ihnen diesen Wunsch nicht verwehren.

Für diese Frauen ist das nicht nur ein Wunsch, sondern eine Berufung. Auch Frauen spüren eine Berufung, nicht nur die Männer. Nur wird es ihnen durch die Machtstrukturen der Kirche verwehrt, dieser Berufung zu folgen. Diese Berufung ist nicht genderabhängig. Aber das Thema „Frauen in der Kirche“ ist nur ein einziger Baustein in dem ganzen Puzzle.

Es bedarf eines grundlegenden und tiefgreifenden Wandels in den Machtstrukturen der Kirche. Es war nicht der Auftrag Jesu an die Jünger, einen hierarchischen Machtapparat aufzubauen und den Menschen Lasten aufzulegen, mit denen sie überfordert sind. Es war der Auftrag Jesu an die Jünger, das Reich Gottes zu verkünden, ein Reich, in dem die Menschen von allen irdischen Lasten befreit und erlöst sind. „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein“.

Georg Gottinger

Taufkirchen

Die Anliegen der Frauen in der katholischen Protestbewegung „Maria 2.0“ sind die seit Jahrzehnten bekannten Forderungen der katholischen Protestbewegungen „Kirche von unten“ und „Wir sind Kirche“, deren Ziel seit langer Zeit eine andere katholische Kirche, eine eher „deutsch-katholische“ oder „protestantisch-katholische Kirche“ ist. Weite Teile des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), mittlerweile auch viele Vertreter der Katholikenräte und die Führungsebenen der großen kirchlichen Laienverbände (BDKJ, Frauengemeinschaften, Kolping, Pfadfinder) vertreten ähnliche Ansichten.

In der evangelischen Kirche Deutschlands sind diese Vorstellungen bereits verwirklicht, die Probleme und Auflösungserscheinungen sind trotz der Anpassung an den herrschenden Zeitgeist noch viel größer als in unserer katholischen Mutterkirche.

Da die Verwirklichung dieses deutschen Sonderwegs die Gefahr einer neuerlichen Spaltung birgt, hat Papst Franziskus einen langen, mahnenden und ernsten Brief an die deutschen Katholiken geschrieben. Unsere Hirten und Verantwortlichen, alle Gläubigen, sind gut beraten, diesen Brief sehr ernstzunehmen und die Einheit mit der Weltkirche und die Treue und Liebe zum Papst zu wahren.

„Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ ist bei diesen Problemen sicher kein guter Ratschlag, wir sollten uns nicht gar so wichtig nehmen. Schließlich sind wir, trotz aller zweifellos auch vorhandenen guten Aktivitäten und Eigenschaften, im religiösen Bereich nicht der Nabel der Welt.

Im praktisch gelegten Glauben, im Glaubenswissen, im Einsatz für die Neu-Evangelisierung und einer geistlichen Erneuerung, für den Lebensschutz und in der Liebe und Treue zur Kirche insgesamt wäre vieles in demütiger Gesinnung verbesserungs- und reformbedürftig. „Maria 2.0“ ist weitgehend ein Irrweg, „Maria 1.0“ ist empfehlenswert und zielführend.

Joseph Hartmann

Kiefersfelden

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