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Katholische Kirche fern der Realität

Zur Berichterstattung über die „Maria 2.0“-Bewegung (Bayernteil/Leserbrief von Hildegard Sochatzy und Dr.

Stephan Maria Hitzel):

In Internet-Foren würden solche Leserbriefautoren als „Trolle“ bezeichnet. Solche Trolle geben absichtlich haarsträubende und provozierende Kommentare ab, um sich dann an dem verursachten „Aufschrei“ der vernünftigen Teilnehmer zu erfreuen. Leider befürchte ich, dass das bei den genannten Leserbriefschreibern nicht so ist und dass sie es wirklich ernst meinen. Die Überschrift „Gehirne systematisch entleert“ eines anderen Leserbriefs in der Samstagsausgabe würde hier also besser passen. Eindeutiger kann der Erfolg kirchlicher Gehirnwäsche nicht belegt werden. Frau Sochatzy vertritt allen Ernstes die Meinung zu Missbrauchsfällen, dass Ausgleichszahlungen überhaupt nicht hilfreich seien und sich das Opfer doch lieber in Barmherzigkeit und Vergebung üben solle. Man stelle sich vor, eine Versicherung würde das Gleiche beim nächsten Schaden mitteilen. Endlos-Wiederholungen von Missbrauchsgeschichten und Vertuschungsversuchen beklagt auch Leserbriefautor Dr. Stephan Maria Hitzel.

Er hätte es wohl lieber wie im Mittelalter, als noch alle kirchlichen Schandtaten unter dem Teppich gehalten und gerechtfertigt werden konnten. Damals wurde auch der unermessliche Reichtum der Kirche ergaunert, der heute die goldenen Wasserhähne im Vatikan und die Anwälte in Missbrauchsverfahren finanziert. Beide raten dazu, lieber die Bibel zu lesen und damit seinen eigenen Glauben zu „erneuern“. Warum sollte sich auch eine Institution wie die Kirche der Realität anpassen? Das wäre ja ganz was Neues. Mit Realität hatte der Glaube noch nie etwas zu tun.

Jürgen Nothaft

Ampfing

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