Inzidenzzahlen und Freiheitsrechte

Wenn das Franz Josef Strauß noch hätte erleben müssen: Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder spricht beim politischen Aschermittwoch der Partei per Videokonferenz zum Publikum.
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Wenn das Franz Josef Strauß noch hätte erleben müssen: Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder spricht beim politischen Aschermittwoch der Partei per Videokonferenz zum Publikum.

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie (Politik- und Bayernteil):

Täglich erfahren wir die aktuellen Zahlen zum Coronavirus, beispielsweise am 12. Februar in Deutschland Todesfälle gesamt bis dahin 63 635, neu gemeldet 666. Aber wie ist diese Zahl zu bewerten? Interessant wäre auch die Zahl der täglichen gesamten Toten, die leider nicht angegeben wird. Dann nämlich könnte man erkennen, dass es sich hier nicht um rein zusätzliche Tote handelt. Deutschland hat 83 Millionen Einwohner, 2019 starben 940 000, durchschnittlich pro Tag 2600. Hätte man die Zahl der täglich gesamt Verstorbenen, könnte man die tatsächliche „Übersterblichkeit“ sofort sehen und die Zahl der Corona-Toten würde etwas an Schrecken verlieren. Man kann es ganz banal auch so sehen: Stirbt ein 80-Jähriger, so ist das ein normaler Vorgang, stirbt ein 80-Jähriger an oder mit Corona, kommt er in die Corona-Statistik, auch wenn er in absehbarer Zeit an seiner langjährigen Vorerkrankung sowieso verstorben wäre. Als Vergleich auch noch zwei Zahlen aus einem anderen Bereich, aber nicht minder tragisch: In Deutschland starben 2019 121 000 Menschen an den Folgen des Nikotinkonsums und 74 000 an den Folgen von Alkoholkonsum. Aber diese täglichen Corona-Todesmeldungen verbreiten Angst. Der Virologe Professor Hendrik Streeck hat gesagt: „Das Virus ist Teil unseres Lebens. Wir sollten souverän damit umgehen. Denn es kann sein, dass es für immer bleibt. Ein Impfstoff ist kein Allheilmittel, zumal niemand vorhersagen kann, wie wirksam er sein wird und wann verfügbar für die breite Masse ist. Es muss also anders laufen“. Wer hätte je gedacht, dass es in unserem Land möglich sein wird, dass Alte und Kranke in Krankenhäusern und Heimen isoliert werden, keine Besuche empfangen dürfen und einsam sterben. Das ist nicht nur ein inhumaner untragbarer Zustand, das ist ein gesellschaftspolitischer Skandal.

Bernhard Entner

Bad Aibling

Mit Entsetzen habe ich den Artikel über die geplanten Corona-Ampeln gelesen. Eine No-Covid-Initiative, die das Land auf Dauer in zwei Zonen einteilt, je nach Infektionslage. Wir werden mit Corona leben müssen, genauso wie wir mit Grippe und anderen mutierenden Viren schon immer gelebt haben. Auf der selben Seite dann der Artikel zur Herdenimmunität, die wohl – wie bei der Grippe auch – nie erreicht wird. Es kann doch nicht sein, dass sich hier eine Politikerriege fern jeglicher Realität mit einem Plan befasst, auf Dauer die Menschen zu testen, einzusperren, zu maskieren und zu isolieren und in Zonen einzuteilen? Corona wird immer unter uns Menschen bleiben, also auf Dauer dieser Zirkus? Unsäglich, was hier abgeht. Hier droht ein Polizeistaat! Jeder, der sich kritisch hierzu äußert, wird als Corona-Leugner oder -Skeptiker verunglimpft. Zur Krönung dann in der gleichen Zeitungsausgabe der Bericht über den „schwerst Kriminellen“ in Haag, der wegen des Verdachts auf eine falsch ausgestellte Bescheinigung zur Befreiung der Maskenpflicht, durch eine Hausdurchsuchung als „kriminell“ bloßgestellt wird. Würde die Polizei bei den wirklich Kriminellen im Land auch so hart durchgreifen, gäbe es beispielsweise keine kriminellen Clans, die sich hier so breit aufstellen könnten. Aber für die Leute, die sich gegen diesen Corona-Wahnsinn wehren oder die Maßnahmen hinterfragen und somit nicht ohne Murren mittragen, wird das höchste Polizeiaufgebot herangeschafft!

Ruth Goinger

Kiefersfelden

Ich bin seit vielen Jahren in einem alteingesessenen Mode- und Trachtenhaus in Oberaudorf beschäftigt. Jedes Mal, wenn die Ministerpräsidenten sich mit der Bundeskanzlerin treffen, sitzt man gespannt vor Radio oder TV und hofft darauf, dass man endlich wieder arbeiten gehen darf. Aber wieder wurde die Hoffnung schnell zunichte gemacht. Ich verstehe, dass man sehr vorsichtig vorgehen muss. Corona ist kein Spaß, aber in der Zwischenzeit verkaufen große Lebensmitteldiscounter munter ihre Textilien und vieles, vieles mehr aus dem Non-Food-Bereich, was eindeutig den Fachgeschäften zum großen Nachteil gereicht. Auch mit „Click & Collect“ ist es nicht getan, da speziell unsere Kunden gerne vor Ort probieren und dementsprechend beraten werden wollen. Auch wäre es gut umsetzbar, in unserem Geschäft mit wenigen Kunden auf der Fläche und unter Einhaltung der Hygieneregeln zu öffnen und damit auch nicht das Infektionsgeschehen anzuheizen. Auch plötzlich die Inzidenz von 50 auf 35 herabzusetzen, obwohl die 50 ja seit Wochen unser erklärtes Ziel war, trägt nicht dazu bei, bei allem Verständnis für die Maßnahmen, dass man noch frohen Mutes in die Zukunft schaut.

Sabine Regauer

Oberaudorf

Wer soll das verstehen? Sämtliche Sportveranstaltungen im Profisport werden „durchgezogen“. Die Bundesligaspieler, die Biathleten, die Skifahrer und die Rodler erfahren durch diese „politischen Ausnahmeregeln“ eine Wertschätzung und Aufwertung, die ihnen in der jetzigen Situation gesamtgesellschaftlich mit Sicherheit nicht zusteht. Laut bayerischem Staatsministerium steht die Förderung des Breitensports im ganzen Land im Zentrum der Sportförderung. „Der Mensch ist auf Bewegung, auf Leistung und auf das Leben in der Gemeinschaft angelegt“, heißt es da. Die Wirklichkeit: Lauter leere Worte unseres Sportministers Joachim Herrmann. Gefördert wird nur der Profisport, weil es scheinbar elementar wichtig ist, dass der FC Bayern spielen darf. Eigenartigerweise haben alle diese „wichtigen Sportveranstaltungen“ ein perfektes Hygienekonzept, welches unseren Gastwirten, Friseuren und Kulturschaffenden ums „Verrecken“ nicht gelingen will. Ist das nicht komisch?

Rudolf Helf junior

Raubling

Im Interview mit Professor Dr. Peter Young war die „Corona-Impfung“ das Thema. Über die Wirksamkeit des Impfstoffes von Biontech/Pfizer sagte Young: „Wir wissen im Augenblick, dass wir mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer 98-prozentigen Schutz haben“. Young liefert auch die Interpretation dazu: „Das heißt, 98 Prozent der Geimpften in den Studien haben keine Covid-19-Erkrankung mehr ausgebildet.“ Doch wie so oft, sind Aussagen, die Zahlen beinhalten, mit Vorsicht zu genießen. Gemäß dem Robert-Koch-Institut haben sich bislang drei Prozent der Bevölkerung mit Corona infiziert. Vernachlässigt man die Dunkelziffer, haben also 97 Prozent noch keine Covid-19-Erkrankung ausgebildet. Würde man die von Herrn Young benutzte Definition der Wirksamkeit verwenden, hieße dies: Auch ohne Impfstoff hätte die deutsche Bevölkerung einen rund 97-prozentigen Schutz vor Corona. Diese Aussage würde sicherlich bei Corona-Leugnern dankbar aufgenommen werden, bei allen anderen aber Entsetzen oder Kopfschütteln hervorrufen. Offenbar muss die Definition der Wirksamkeit anders vorgenommen werden. Für Phase-III-Studie des Impfstoffs von Biontech wurden in verschiedenen Ländern rund 43 000 Personen ausgewählt. Je die Hälfte bekam entweder den Biontech-Impfstoff oder ein Placebo. In der Gruppe der Geimpften traten acht Covid-19-Fälle und in der Placebo-Gruppe 162 Fälle auf. Das Ergebnis lässt sich so interpretieren: Wären die 162 infizierten Personen alle geimpft worden, hätte es 154 Fälle weniger gegeben – eine Reduktion von 95 Prozent. Mittlerweile liegen neue Studien vor und diese führen auf die Wirksamkeit von 98 Prozent. Fazit: Unter der Wirksamkeit eines Impfstoffes versteht man die zu erwartende prozentuale Reduktion des Infektionsrisikos.

Dr. rer. nat. G. Rappl

Rosenheim

Es ist eigentlich nicht zu glauben, nach weit über einem Jahr versucht die Weltgesundheitsorganisation WHO, nach dem Verursacher des Virus zu forschen, der wohl in China sitzt, aber wer ist es nun genau? Hier stellt sich die Frage, ob ein Virus aus der Natur geboren oder künstlich erzeugt wurde. Das ist ein sehr großer Unterschied. Jetzt, nachdem man sich mehrmals angekündigt und gemeinsam gesucht hat, ist die WHO-Untersuchung in Richtung der Großmacht China gelaufen. Wie sollte es auch anders sein. Es wäre besser gewesen, wir hätten diesen Fall den Rosenheim Cops gegeben, dann wäre das Ergebnis nach 45 Minuten unterhaltsam festgestellt worden.

Volker Bastian

Flintsbach

„Einmal Ischgl ist genug“, sagt Ministerpräsident Markus Söder. Von einem Ministerpräsidenten sollte man mehr Verstand erwarten. Wie kann man einen Nachbarn noch mehr vor den Kopf stoßen, als Herr Söder das mit Tirol gemacht hat? Natürlich ist das in Ischgl passiert. Jedoch haben meine Frau und ich am 19. März 2020 Corona bekommen, ohne in Ischgl gewesen zu sein. Glaubt unser Ministerpräsident, dass Tirol hier nicht reagiert? Zum Beispiel mit weiteren Blockabfertigungen. Er kann gerne zu mir nach Pang kommen, wenn ich aufgrund der Autoschlange nicht mehr von meinem Hof komme. Oder kommt wieder die Diskussion über die Wiedererhebung der Maut von Kiefersfelden bis Kufstein Süd? Es wird Zeit, dass sich Herr Söder besser beraten lässt und vielleicht einmal den Mund hält, auch wenn es ihm schwer fällt. Es reicht schon, wenn er mit seinen ständigen Drohungen der Wirtschaft in Bayern das Wasser abgräbt. Die Zustimmung zu seinen oftmals mehr als unqualifizierten Äußerungen kann er nur von den Ja-Sagern in seinem Umfeld bekommen.

Klaus Storch

Rosenheim

Vielen Dank für den wunderbaren Kommentar „Söderkratie“ von Georg Anastasiadis! Genau das ist, was ich unter kritischem Journalismus verstehe und so lange vermisst habe. Vor allem mit der Wortwahl im zweiten Teil des Textes geht Herr Anastasiadis aus der Deckung und bietet die Stirn, widerspricht und begründet. Das ist genau das, was wir brauchen, um auch medial diese so entsetzliche Zeit auf Dauer zu überwinden. Ich habe das „No-Covid“-Ideengebilde von Professor Fuest inhaltlich über mich ergehen lassen. Beim Lesen hätte man durchaus einen Schreikrampf bekommen können. Mir ist es schleierhaft, dass es nach wie vor Menschen unter uns gibt, die Kontrolle und die damit verbundene Machtversessenheit über die Prinzipien der freiheitlichen Demokratie stellen. Ich danke Herrn Anastasiadis, dass er mit seinem Kommentar die Konsequenzen aus diesem Gedankengut zumindest angedeutet klargestellt. Und nicht nur das. Auch den Umstand, dass es Parteien gibt, die in ihrer Selbstgefälligkeit und dem angeborenen Machtanspruch nicht mehr zwischen Richtig und Falsch unterscheiden können. Danke! Weiter so!

Jörg Beller

Bernau

Nun mag ja die Sorge berechtigt sein, dass diese Mutationen zu einem neuen schnellen Anstieg der Infektionszahlen führen könnten, aber andererseits haben wir inzwischen 2,5 Millionen geimpfte Leute – überwiegend alte und sehr alte Menschen –, und das sollte doch dafür sorgen, dass die Zahl der Corona-Toten und Intensivpatienten stetig sinkt. Letztlich werden wir mit diesem Virus leben müssen, und weil Corona meiner Ansicht nach nicht der große Super-Mega-Killer ist, sollte das mit Hilfe des Impfstoffs auch gelingen, ohne dass wir wie hypnotisierte Kaninchen auf Inzidenzzahlen starren, ohne dass wir nahezu alles zusperren und verbieten, ohne dass wir unsere Kinder und Jugendlichen traumatisieren und ohne dass wir unsere Innenstädte in schaurige Geisterstädte verwandeln. Was mir auffällt, ist die Kluft zwischen dem Katastrophen-Szenario, das Merkel, Söder, Lauterbach plus einige Mediziner und Virologen eindringlich und ausdauernd schildern, und den Erfahrungen vieler Normalbürger. Niemand kann leugnen, dass Corona viele Menschen umgebracht hat, aber man muss auch die vielen Bürger verstehen, die aus ihren privaten Erfahrungen heraus nicht nachvollziehen können, dass da eine Katastrophe im Gang ist. Der Vorwurf der Politiker-Willkür steht im Raum. Die Politiker sollten vielleicht auch daran denken, dass es nicht nur darum geht, uns ältere (ich bin 65) und ganz alte Leute vor dem Virustod zu bewahren, sondern auch und vorrangig darum, die Lebensqualität der Gesamtbevölkerung aufrecht zu erhalten. Jetzt wäre es wirklich höchste Zeit für einen solchen „Fahrplan für Öffnungen.“

Ferdinand Wagner

Rosenheim

Ja, Corona existiert und ist auf alle Fälle gefährlich. Corona-Leugner sollen mal anfangen, zu denken. Trotzdem wird es langsam Zeit, dass Merkel, Söder und ihre ganze Ja-sagende Entourage das Gehabe der Unfehlbarkeit ablegen und nicht dauernd mit der Corona-Peitsche auf die Bevölkerung eindreschen. Es wird Zeit, dass mit Aufklärung die Bevölkerung dazu gebracht wird durch Nachdenken und Akzeptanz der Situation ihr Verhalten in die richtige Richtung zu ändern. Das hat bei der Influenzapandemie und bei HIV auch geklappt. Söder, Merkel und die Medien haben das Thema „Ur-Corona“ mittlerweilen so totgeredet, dass viele Bürger dessen überdrüssig sind. Jetzt werden die diversen Mutationen hergenommen, um von Neuem Angst und Schrecken zu verbreiten. Bloß, Mutationen des Virus wird es weiterhin geben. Wir müssen auch lernen, mit dem Virus zu leben, da uns der erhalten bleibt. Mit dem Lockdown-light wurde versucht, die Bevölkerung zu beschwichtigen. Das war wie „a bisserl schwanger“. Entweder richtig oder gar nicht. Wäre ein richtiger Lockdown flächendeckend im Oktober 2020 wegen steigender Infektionszahlen durchgezogen worden, wäre nach rund sechs Wochen ein Anstieg soweit als möglich in den Griff bekommen worden. Statt dessen wurde die Salamitaktik angewandt und ständig bei steigenden Infektionszahlen die Daumenschrauben enger gedreht. Die Bürger sind genervt und die kleinen Betriebe kämpfen hart ums Überleben. Spahn und Co. versuchen, die Corona-Impfung als „eierlegende-Woll-Milch-Sau“ zu verkaufen, was wieder mal nicht klappte. Ein Dank an die Bürokratie und das Unvermögen der Politik bei Ankauf und Bestellung von Impfstoff. Die Damen und Herren Politiker sollen an eines denken – sie sind durch die Wahlen Angestellte des deutschen Volkes. Sie sind nicht die allmächtigen Herrscher über die Bevölkerung.

Werner Schruff

Rosenheim

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