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Internats-Vergangenheit lässt sich nicht ändern

Zu „Ein Klima der Angst und Gewalt“ (Regionalteil):

Den Bericht über meinen ehemaligen Schulkameraden Peter Weigel kann man so nicht stehen lassen.

Wir waren damals 53 Schüler, und ich habe in mehreren Klassentreffen in München festgestellt, dass die Sichtweisen sehr unterschiedlich sind. Es gab „Übergelegte“, aber nicht für die ganze Klasse. Schon gar nicht konnte man sich den Stock aussuchen. Ich habe in den drei Jahren keine „Übergelegte“ bekommen, mal eine „Watschn“ oder „Tatzn“. Es war sehr streng, viele meiner Schulkameraden sehen heute die Züchtigungen auch als barbarisch an, aber komischerweise hat niemand seine Eltern auf diese „Grausamkeiten“ aufmerksam gemacht.

Es war einiges nicht in Ordnung, aber der damalige Zeitgeist hat auch die Eltern geprägt. „Du wirst es schon gebraucht haben“, war der damalige Tenor. Von sexuellem Missbrauch habe ich nichts mitbekommen. Aber den Ausführungen meines Internatskollegen möchte ich nicht generell zustimmen.

Wie gesagt, es war streng, aber unter 53 Schülern gibt es sicher heute viele verschiedene Meinungen, zum Beispiel, dass einige von ihnen bei Schlägen besonders „bevorzugt“ wurden. Von Schlägertypen zu reden, sprengt jede Vorstellungskraft.

Warum haben uns unsere Eltern ins Internat gegeben? Weil wir etwas gelernt haben, was in der Nachkriegszeit in den städtischen Schulen mit ihrem Schichtunterricht nicht möglich war. Heute wäre eine derartige Institution nicht mehr realisierbar, weil 53 Schüler in einer Klasse nicht in der Lage wären, durch Rücksichtnahme, Ordnung und straffe Organisation zusammenzuleben. Es war nicht alles rechtens, aber die Vergangenheit rückgängig zu machen, um einen Orden, der heute Schwerstbehinderte betreut in ein schlechtes Licht zu rücken, ist schwer nachvollziehbar. Lassen wir es damit bewenden.

Friedrich Kraus

München

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