Innenstädte leiden

Zu „Galeria Karstadt Kaufhof will 62 Filialen schließen“ (Wirtschaftsteil):

Jetzt herrscht großes Entsetzen über die Ankündigung des Galeria-Kaufhof-Konzerns, 62 Kaufhäuser und 20 Karstadt-Sport-Häuser bundesweit zu schließen. Die begründete Angst geht zusätzlich um, dass dadurch Innenstädte als Einkaufszentren ausbluten und viele kleine Ladengeschäfte als Kollateralschaden schließen müssen. Unsere Stadtgesellschaft ist weitgehend daran selbst schuld. Unzählige Kaufinteressenten genießen heute den Luxus, sich kostenlos in den Kaufhäusern und Ladengeschäften über das reichhaltige Warenangebot informieren zu können – inklusive Fachberatung. Und dann aber wird die Ware bei Amazon & Co. bestellt. Das ist der gesellschaftliche und wirtschaftliche Skandal!

Die Politik ist jetzt dringend gefordert, gesetzliche Maßnahmen zu treffen, dass der Waren-Rückversand im Internet-Handel grundsätzlich für den Kunden voll kostenpflichtig wird. Nur so kann der Internet-Handel etwas weniger attraktiv und teurer werden – zugunsten des Einkaufs in örtlichen Ladengeschäften, der bei nüchterner Betrachtung in den meisten Fällen ohnehin vorteilhafter ist. Man kann die gesuchte Ware körperlich in Augenschein nehmen, anfassen, probieren, sich beraten lassen und bei Gefallen sofort mitnehmen – ohne den mehrfachen Rücksendungs-Wahnsinn, Verpackungs-Aufwand und Zeitverschwendung bei Internet-Käufen.

Das heutige und künftige so geschätzte Leben und Flair unserer Innenstädte hängt weitestgehend von unserem Kaufverhalten ab und von nichts anderem.

Gerd Höglinger

Rosenheim

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