Inflationärer Rassismus-Vorwurf

Zu „Ein harmloses Missverständnis?“ (Leserbrief von Wilfried Rahe):

Wilfried Rahe beklagt in seinem Leserbrief den inflationären Gebrauch des Wortes Rassismus. Hierbei kann ich ihm nur uneingeschränkt beipflichten, ich würde inzwischen sogar von einer Rassismus-Hysterie sprechen. Die Melchior-Figur der Weihnachtskrippe im Ulmer Münster beispielsweise sieht zugegebenermaßen nicht sehr vorteilhaft aus, aber die Figuren entstanden im Jahre 1920 und haben bis heute niemanden gestört. Warum jetzt? Das Wappen des Stuttgarter Stadtteils Möhringen aus dem 19. Jahrhundert soll geändert werden, weil dort die Darstellung einer schwarzen Frau zu sehen ist.

Wegen des Logos der Mainzer Dachdeckerfirma Neger, das mit Bezug zum Namen des Firmengründers eine kreolisch anmutende Figur zeigt und das es auch schon sehr lange gibt, schwelt schon ein jahrelanger Streit. Und um der ganzen Hysterie die Krone aufzusetzen, wird Leuten, die einem nicht rein weißen Mitbürger gutes Deutsch bescheinigen, Alltagsrassismus vorgeworfen. Es ist heute Mode geworden, krampfhaft jeden Kieselstein umzudrehen, um auf Teufel komm raus irgendetwas zu finden, das man als Rassismus brandmarken kann. Andere Probleme haben wir anscheinend keine! Natürlich darf echter Rassismus in unserer Gesellschaft keinen Platz haben, niemand darf wegen seiner Hautfarbe oder Herkunft benachteiligt oder verunglimpft werden, aber wollen wir nicht mal die Kirche im Dorf lassen?

Manfred Altmann

Rosenheim

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