Impfung könnte Gesellschaft spalten

Die Impfzentren sind eingerichtet, allein die Lieferung von Impfstoffen ist noch nicht richtig in Gang gekommen.
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Die Impfzentren sind eingerichtet, allein die Lieferung von Impfstoffen ist noch nicht richtig in Gang gekommen.

Zur Bericherstattung über die Corona-Impfung (Politikteil, Leserbriefe):

Eine Zwangsimpfung greift nicht nur in den Körper, sondern auch in den freien Willen und damit in die Würde des Menschen ein. So bleibt es für die Zukunft in diesen Arbeitsbereich nicht aus, dass jede Art von Eingriff erlaubt und normal werden könnte. Will und kann man das jetzt und für die Zukunft Mitverantworten? Will und kann man dies Mittragen für einen Beruf, der sowieso schon unattraktiv ist und unter zwanghaften Regeln und Bürokratie zu leiden hat? Pflege von Menschen braucht Freiheit, Beziehung und Würde, um heilsam und regenerativ zu wirken.

Hubert Rosenberger

Schonstett

Im Politikteil stand, die Sterblichkeit in Deutschland sei um 20 Prozent angestiegen, was nur durch die Corona-Pandemie erklärbar ist. Bei den Leserbriefen kam ein Impfskeptiker zu Wort, der schrieb, dass die Sterblichkeit nicht angestiegen sei, was ein Beweis für die Harmlosigkeit von Covid-19 sei. Der Schreiber kannte diesen Anstieg offensichtlich noch nicht; dieser hätte aber durch eine Anmerkung der Redaktion mitgeteilt werden können. Weiter schrieb der Leser, dass bei zwei Prozent der Impfungen schwere Nebenwirkungen aufgetreten seien, was objektiv falsch ist, da bislang überhaupt keine schweren Nebenwirkungen aufgetreten sind. Die zwei Prozent Impfreaktionen (Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, eventuell leichtes Fieber) sind völlig normale Impfreaktionen, die nebenbei auch bei Placebogabe zu beobachten sind. Allergische Reaktion bis zum anaphylaktischen Schock treten bei allergisch disponierten, aber auch bei bislang unauffälligen Menschen generell bei einer Unzahl von Anwendungen auf und haben mit dem eigentlichen Impfstoff nichts zu tun. Deshalb ist generelle Nachbeobachtung, auch bei ganz einfachen Injektionen notwendig.

Dr. med. Matthias Wagner

Frasdorf

Die vom Menschen selber verursachte Pandemie, das Abholzen, Wildtiere-Ausrotten und Verspeisen, was von Gott nicht vorgesehen war: Die Natur schlägt zurück und wird gewinnen. Das wird nicht das letzte Unglück sein. Da unseren Politikern nicht zu vertrauen ist und jeder etwas anderes behauptet, helfe ich mir selber. Ich vertraue nur mir, meiner Familie und meinem Freundeskreis. Wir halten unsere Hygienemaßnahmen ein. Ich war und bin ein gesunder Mensch und lasse mich nicht impfen. Ich bin volljährig und habe das für mich entschieden. Und da ich ein überzeugter Computer- und Handyverweigerer bin und dazu stehe, brauche ich auch keine Hass-Kommentare zu befürchten, wie es heute in der digitalen Welt zu befürchten ist. Ich bin mit mir im Reinen.

Loretta Schenk-Schlosser

Rosenheim

Kann es sein, dass die Produktionsprobleme beim Impfstoffhersteller nur ein vorgeschobenes Argument sind? Kann es sein, dass sich die EU mit ihrer kostensenkenden Verhandlungsstrategie einfach nur verzockt hat und die produzierten Impfdosen nun vorzugsweise an Länder ausgeliefert werden, die gewillt sind, einen höheren Preis zu bezahlen? Dies wäre für mich ein logisches unternehmerisches Handeln, könnte aber wegen bestehender Lieferverträge so nicht kommuniziert werden.

Johann Pelzl

Rosenheim

„Behörde prüft zehn Todesfälle“, war in den OVB-Heimatzeitungen im Zusammenhang mit den Impfungen zu lesen. Wenn Menschen mit Vorerkrankungen an Corona sterben, ist Corona schuld. Wenn Menschen mit Vorerkrankungen an der Impfung sterben, ist die Vorerkrankung schuld?! Welche Logik.

Nensi Obermaier

Haag

Unser Außenminister Dr. Maas hat einen hübschen Gedanken in diesen Pandemiezeiten gehabt. Diejenigen, die Covid-19 geimpft sind, sollen von den Bewegungseinschränkungen befreit werden, also wieder Gaststätten, Theater und auch Angehörige in Altenheimen besuchen können. Eine Gefahr der weiteren Verbreitung des Virus sei bei diesem Personenkreis nicht mehr zu befürchten. Der Außenminister hat den Fehler gemacht, diesen Gedanken nicht nur zu entwickeln, sondern ihn zu veröffentlichen. Damit wird die Gesellschaft in Tat gespalten, in Geimpfte und Nichtgeimpfte. Abgesehen von der Frage, wie die Personengruppe gekennzeichnet werden soll, hat Maas einen wesentlichen Gesichtspunkt gänzlich übersehen. Solange es nicht genügend Impfstoff für alle gibt, kann der Einzelne, selbst wenn er es wollte, eine Impfoption nicht ausüben, weil er nicht sicherstellen kann, dass und wann er geimpft wird. Hier würde der bestraft, der sich impfen lassen will, aber nicht an den Impfstoff herankommt. Fazit: Es wäre wünschenswert, wenn unsere Politiker sich etwas mehr Zeit nehmen würden, die komplexen Vorgänge, die die Pandemie nun einmal mit sich bringt, in Ruhe und gelassen nach allen Seiten hin zu durchdenken, statt vorschnell und populistisch eine Meinung in die Welt zu setzen.

Dr. Peter Schuppenies

Stephanskirchen

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